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Bildrechte: BR-Studio Franken/Tina Wenzel

Die möglichen Standorte für das geplante ICE-Werk bei Nürnberg sind umstritten. Im Planungsausschuss der Stadt Nürnberg musste sich die Deutsche Bahn den Fragen der Stadträte stellen. Der mögliche Standort bei Fischbach stieß auf heftige Kritik.

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Umstrittenes ICE-Werk: Bahn muss unbequeme Fragen beantworten

Die möglichen Standorte für das geplante ICE-Werk bei Nürnberg sind umstritten. Im Planungsausschuss der Stadt Nürnberg musste sich die Deutsche Bahn den Fragen der Stadträte stellen. Der mögliche Standort bei Fischbach stieß auf heftige Kritik.

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Von
  • Tina Wenzel

Die Deutsche Bahn prüft für ein neues ICE-Werk derzeit mehrere Standorte in und um Nürnberg. Besonders ein möglicher Standort steht in der Kritik: eine Fläche zwischen den Nürnberger Stadtteilen Altenfurt und Fischbach, bei der ein Bannwald gerodet werden müsste.

Möglicher Standort bei Fischbach stößt auf Unverständnis

Stadtrat Klemens Gsell (CSU) betonte die hohe Schutzwürdigkeit des Bannwaldes, die mit großer Sicherheit ein Ausschlusskriterium im anstehenden Raumordnungsverfahren sein werde. "Ich kann nicht verstehen, warum Sie an diesem Standort überhaupt noch festhalten", sagte Gsell in der Sitzung zum Projektleiter der Bahn, Carsten Burmeister.

Zudem sei der Bahnhof Fischbach ein Nadelöhr im Zugverkehr. Von Seiten der Bahn hieß es bislang zum Beispiel, dass eine höhere S-Bahnauslastung deswegen nicht möglich sein könne, so Gsell. "Aber nun soll es möglich sein, dass dort ICE-Züge rangieren?", fragte der Stadtrat. Auch Thorsten Brehm (SPD) betonte, dass nach einer Güterabwägung der Standort bei Fischbach kein favorisierter Standort sein kann.

Standorte werden weiter untersucht

Die Bahn hält derzeit noch weiter an dem Standort bei Fischbach fest. Der Projektleiter der Bahn verwies in der Ausschusssitzung auf weitere Prüfungen, die bis Ende Oktober laufen. So werden alle Flächen, die für das ICE-Werk in Frage kommen, noch kartiert. Um die Kriterien, die für oder gegen einen Standort sprechen, sowie den Prozess an sich transparent zu kommunizieren, will die Bahn in etwa zwei Wochen Unterlagen sowie Zwischenberichte auf ihre Homepage stellen und laufend aktualisieren.

Einen ersten Zwischenbericht werde die Bahn bereits morgen bei der Regierung von Mittelfranken einreichen, die für das Raumordnungsverfahren zuständig ist. Das Raumordnungsverfahren wird jedoch erst Ende Herbst starten, betont Bahn-Projektleiter Burmeister.

Flächenverbrauch in der Kritik

Diskutiert wurde auch die Größe des geplanten ICE-Werkes. Die Bahn benötigt eine Fläche von bis zu 46 Hektar. Eine kompaktere Variante, die auf Initiative der Grünen erstellt wurde, werde derzeit noch geprüft. Dies werde voraussichtlich bis Ende April dauern, so Burmeister.

Protest gegen die Pläne der Bahn

Gegen den möglichen Standort des ICE-Werks zwischen Fischbach und Altenfurt laufen die Anwohner seit Bekanntgabe der Pläne Sturm. Mehrfach haben sie gegen die Pläne demonstriert und Mahnwachen abgehalten. Sie befürchten einen massiven Eingriff in die Natur und Lärmbelästigung. Auch Umweltverbände sprechen sich klar gegen den Standort im Bannwald aus. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) betonte in der Ausschusssitzung: "Es ist eine Chance, das Werk zu bekommen, aber nicht um jeden Preis." Naturschutz stehen an erster Stelle. Die Bahn will rund 400 Millionen Euro in das Werk investieren und 450 neue Arbeitsplätze schaffen.

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