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Skizze zum geplanten ICE-Werk, das bei Nürnberg entstehen soll

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    Umstrittenes ICE-Werk: Bahn informiert in Nürnberg

    Die Deutsche Bahn will bei Nürnberg ein neues ICE-Werk bauen. Doch die Standortvorschläge sorgen seit Wochen für heftige Kritik. Heute will die Bahn einen Überblick über die möglichen Standorte geben und über die nächsten Schritte informieren.

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    Von
    • Tina Wenzel

    Für das geplante ICE-Werk benötigt die Bahn eine Fläche von etwa 460.000 Quadratmetern. Zudem soll das Werk höchstens 25 Minuten Fahrzeit vom Hauptbahnhof Nürnberg entfernt liegen. Sieben Standorte sind mittlerweile im Gespräch. Zwei liegen in Nürnberg, zwei in der südöstlich benachbarten Marktgemeinde Feucht und je einer in Allersberg (Lkr. Roth), Fürth und Baiersdorf (Lkr. Erlangen-Höchstadt). Heute will die Bahn einen detaillierteren Überblick zu den Standorten veröffentlichen.

    Protest gegen Standorte

    Gegen die Vorschläge regt sich seit Wochen Widerstand. Vor allem die Bürgerinnen und Bürger in Nürnberg-Altenfurt haben schon mehrfach gegen den möglichen Standort in ihrer Nachbarschaft protestiert – mit Lichterzügen und Menschenketten. Sie befürchten einen massiven Eingriff in die Natur und Lärmbelästigung. Bis zu 25 Züge sollen pro Tag im künftigen Werk instandgesetzt werden – vor allem nachts. Der Bund Naturschutz spricht sich ebenfalls klar gegen den Standort zwischen Altenfurt und Fischbach aus, der mitten im Bannwald liegen würde. Aber auch an drei weiteren Standorten müsste Wald für ein derart großes Werk gerodet werden, kritisieren die Naturschützer.

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    Mögliche Standorte des neuen ICE-Werks bei Nürnberg

    Chance für Region

    Die Stadt Nürnberg sieht in dem Werk eine große Chance für die Region, aber nicht um jeden Preis, sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) in einer Ausschusssitzung, bei der auch Vertreter der Bahn vor Ort waren. Immerhin will die Bahn rund 400 Millionen Euro in das ICE-Werk investieren und 450 neue Arbeitsplätze schaffen. Auch an den anderen Standorten sind viele Politiker skeptisch. Zum Teil seien die Pläne unrealistisch, heißt es etwa aus Baiersdorf und Fürth. Aus Bahnunterlagen gehe hervor, dass nahezu ein komplettes Gewerbegebiet überplant werde, so Eva Ehrhardt-Ohdörfer, Bürgermeisterin von Baiersdorf.

    Eingehende Prüfung

    Das ICE-Werk soll 2028 in Betrieb gehen. Um im Zeitplan zu bleiben, will die Bahn noch in diesem Jahr ein Raumordnungsverfahren anstrengen. Bei dem Verfahren prüft die Regierung von Mittelfranken die vorgeschlagenen Standorte unabhängig und nach festgelegten Kriterien. Während dieser Zeit werden die Pläne in den betroffenen Kommunen öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger können Einwände und Änderungsvorschläge einbringen. Die Bahn plant aber, schon vor dem Verfahren mit den Menschen in den Dialog zu treten.

    Als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens könnten im Frühjahr 2022 einer oder mehrere Standorte als geeignet bewertet werden. Dann kann sich die Bahn für einen Vorzugsstandort entscheiden und dafür anschließend das nötige Planfeststellungsverfahren einleiten.

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