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Spielplatz in Friedberg

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    Umstrittener Friedberger Spielplatz ist ein Schwarzbau

    Seit Monaten wird über den Friedberger Abenteuerspielplatz gestritten. Die Anwohner beklagen eine untragbare Lärmbelästigung. Bürgermeister Eichmann hat den Bau stets verteidigt. Nun zeigen BR-Recherchen: Der Spielplatz ist ein Schwarzbau.

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    Von
    • Andreas Herz

    Es ist ein Kindertraum, der da entstanden ist, unterhalb vom Friedberger Schloss: Die Hauptattraktion ist ein acht Meter hoher Holzturm, hinunter kommt man durch die glänzende Rutschen-Röhre. Außerdem Schaukeln und jede Menge Sand. Deshalb sind auf dem Spielplatz keineswegs nur Friedberger mit ihren Kindern. Auch aus dem Umland kommen Besucher.

    Anwohner beklagen unerträgliche Zustände

    Unerträglich sei es geworden, beklagen dagegen die Anwohner. Einer, der anonym bleiben will, um seine Familie zu schützen, berichtete BR24 von unangenehmen Begegnungen: "Wir sollen wegziehen. Was uns eigentlich einfällt, die Kinder hier anzufeinden. Und es wird an die Grundstücksgrenze uriniert, es werden Gegenstände über den Zaun geworfen. Es fehlt die Rücksichtnahme und der Respekt gegenüber den Anwohnern. Die eigenen Kinder können abends nicht mehr vor 20 Uhr ins Bett gehen."

    Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) hat den Ausbau des Spielplatzes, der seit 50 Jahren existiert, stets verteidigt. Es sei sogar beim Lärmschutz nachgebessert worden. Beispielsweise sei die Rutsche am Ausgang mit einem Schallschutz umbaut worden. Weitere Gespräche mit den Anwohnern lehnt er jedoch ab.

    Neubau hätte genehmigt werden müssen

    Nun zeigt sich jedoch, dass die Stadt bei der groß angelegten Sanierung einen gravierenden Fehler begangen hat. Weil der Spielplatz vor rund 50 Jahren in wesentlich kleinerem Ausmaß gegründet wurde, glaubte die Stadt beim Ausbau "Verfahrensfreiheit" zu haben. Doch das stimmt nicht.

    Nach einer Aufsichtsbeschwerde von Anwohnern bei der Regierung von Schwaben hat die Behörde die Stadt Friedberg um eine Überprüfung gebeten. Das Ergebnis: Es gibt keine Verfahrensfreiheit, der Neubau des Spielplatzes hätte nach der Bayerischen Bauordnung genehmigt werden müssen. Doch das ist nicht geschehen. Der neue Spielplatz ist also ein Schwarzbau.

    Das könnte Ärger bedeuten für Bürgermeister Eichmann. Denn die Schallschutzwände an der Grenze zur Wohnbebauung hat Eichmann bislang stets abgelehnt. Er wolle aus einem Spielplatz kein Gefängnis machen. Dabei empfiehlt auch das Landesamt für Umwelt bei Spielplätzen in Wohngebieten Schallschutzwände.

    Bürgermeister nicht das erste Mal in der Kritik

    Das Friedberger Tiefbauamt will nun den entsprechenden Antrag für den Spielplatz zeitnah stellen. Dann muss die Bauabteilung der Stadt den Antrag prüfen. Bis zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens will die Stadt Friedberg den Spielplatz aber weiter nutzen.

    Es ist nicht das erste Mal, dass Bürgermeister Roland Eichmann in der Kritik steht. Beim Ausbau der Bahnhofstraße war ihm vorgeworfen worden, rechtswidrig vorgegangen zu sein. Eichmann soll bei dem Bauvorhaben den Stadtrat übergangen haben. Eichmann sprach daraufhin von einem formalen Fehler, durch den kein Schaden entstanden sei.

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