Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Umstrittene Methode: Erst fangen, dann töten | BR24

© BR/Christian Riedl

Saufang

Per Mail sharen

    Umstrittene Methode: Erst fangen, dann töten

    Viele Wildschweine sind derzeit in Bayerns Wäldern unterwegs. Jäger wissen kaum mehr, wie sie den Tieren Herr werden sollen. Deswegen wurden im Landkreis Cham jetzt Lebendfallen genehmigt. Von Christian Riedl

    Per Mail sharen

    Das Grenzgebiet an der bayerisch-böhmischen Grenze ist dünn besiedelt. Über die Höhenzüge erstrecken sich riesige Waldflächen. Dazwischen liegen intensiv genutzte Wiesen und Mais-Äcker. Ein Schlaraffenland für Wildschweine sei das, erklärt Jäger Rudolf Freimuth. Der Gesamtbestand steige jährlich.

    13 Saufänge genehmigt

    Freimuth schätzt, dass sich im Landkreis Cham mehrere tausend Sauen tummeln. Schon wenige sind in der Lage, in einer Nacht eine Wiese umzupflügen - oder gleich einen Golfplatz, wie vor vier Jahren. Um Wildschweinschäden und Schadensersatzforderungen an die Jäger zu vermindern, hat das Landratsamt Cham insgesamt 13 sogenannte Saufänge genehmigt, mit denen werden die Tiere gefangen, um dann erschossen zu werden.

    Jagdberater Rudolf Freimuth verhehlt nicht, was in den großen Holzboxen, in die die Wildschweine mit Futter gelockt werden, am Ende geschieht: "Hier findet natürlich ein Töten später statt. Aber zur Reduzierung oder zur Minimierung haben wir uns für diese zusätzliche Methode entschieden."

    Grundsätzlich sind Saufänge verboten. Weil die Wildschweine aber immer mehr zur Plage werden, wurden sie als zusätzliche Jagdmethode im Landkreis Cham für zunächst drei Jahre genehmigt, betont Ronald Burger.

    "Weitere Auflagen sind, dass die gefangenen Sauen sofort gemeldet werden müssen, dass die Saufänge eine Alarmeinrichtung haben müssen. Außerdem dürfen die Saufänge nur in der Nacht fängig gestellt werden." Ronald Burger, Jagdbehörde Cham

    Darüber hinaus werden die Jäger per Handyalarm verständigt, wenn die Falltür ausgelöst wurde. So wird sichergestellt, dass die Tiere nicht stundenlang gefangen sind und in Panik geraten. Auch geht es darum zu verhindern, dass anderes neugieriges Wild gefangen wird.