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Umstrittene Fällungen im Bereich der Weltenburger Enge gestoppt | BR24

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Im Bereich der Weltenburger Enge sollen die Bayerischen Staatsforsten in einem Naturschutzgebiet mehrere alte Buchen gefällt haben. Nach Kritik von mehreren Seiten wurde jetzt der sofortige Holzerntestopp für das betroffene Gebiet angeordnet.

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Umstrittene Fällungen im Bereich der Weltenburger Enge gestoppt

Im Bereich der Weltenburger Enge sollen die Bayerischen Staatsforsten in einem Naturschutzgebiet mehrere alte Buchen gefällt haben. Nach Kritik von mehreren Seiten wurde jetzt der sofortige Holzerntestopp für das betroffene Gebiet angeordnet.

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Die Bayerischen Staatsforsten haben die umstrittene Fällung im Bereich der Weltenburger Enge mit sofortiger Wirkung gestoppt. Das teilte das Amt am Montag mit. Außerdem soll die kritisierte Holzernte untersucht werden und zwar gemeinsam von den Staatsforsten, den Naturschutzbehörden, der Forstverwaltung und mit wissenschaftlicher Begleitung.

"Hier müssen alle offenen Fragen geklärt werden, zum Beispiel ob die Holzernte naturverträglich und maßvoll durchgeführt worden ist. Naturschutz im Gebiet der Weltenburger Enge muss auf jeden Fall gewährleistet sein." Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Kelheimer ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz hatten die seit Dezember 2019 im Naturschutzgebiet durchgeführten Fällungen kritisiert. Die aktuellen Fällungen würden massive Schäden anrichten. Sie fordern, dass deutlich weniger Bäume in Naturschutzgebieten gefällt werden sollen.

Alte Buchen und Totholzstämme wurden umgeschnitten

Dr. Christian Stierstorfer, LBV-Waldreferent, verärgert vor allem die Fällung mächtiger Buchen und dass auch starke Totholzstämme mit umgeschnitten wurden. "Das Fällen solcher für viele seltene Arten lebenswichtiger Biotop-Stämme würde man sogar in einem normalen Forst kritisieren, im Naturschutzgebiet aber ist das ein No-Go", so der Biologe. Laut ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz entstehe der Eindruck, dass jetzt noch massive, alte Buchen entnommen werden, bevor sie den sogenannten "Methusalem"-Status erreichen. Sie also so kräftig sind, dass sie nach den staatsforst-eigenen Regeln stehen bleiben dürfen.

Forstwirtschaft auch in Naturschutzgebieten erlaubt

Grundsätzlich ist in Naturschutzgebieten eine "ordnungsgemäße Land- und Forstwirtschaft" erlaubt. Laut LBV solle jedoch die Natur Vorrang haben. Daher sollten sich laut den Naturschützern die Naturwälder weitgehend ohne forstliche Nutzung entwickeln können. Die Holzernte fand nicht in dem von Ministerpräsident Markus Söder vor Kurzem ins Leben gerufenen ersten Nationalen Naturmonument in Bayern, sondern in benachbarten Naturschutzgebieten statt.

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