BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Dagmar Bohrer-Glas
Bildrechte: Dagmar Bohrer-Glas

links: Roger Diller von der Bürgerinitiative, rechts: Max Finster vom Bund Naturschutz Wasserburg.

3
Per Mail sharen

    Umstrittene Bauschuttdeponie bei Wasserburg am Inn

    An der B 304, in der Gemeinde Babensham bei Wasserburg am Inn, soll eine Deponie für Aushub, Bauschutt und auch Asbest entstehen. Seit Jahren wird darum gestritten. Aktuell befürchten die Gegner, dass gerade Fakten geschaffen werden.

    3
    Per Mail sharen
    Von
    • Dagmar Bohrer-Glas

    Irgendwo müssen auch Bauschutt und Aushub gelagert werden. Doch gegen einen Deponie-Standort an der B 304 bei Babensham nahe Wasserburg regt sich Widerstand. Roger Diller kann sehr hartnäckig sein. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Wasserburger Land" scheut sich nicht im Kampf gegen die geplante Bauschuttdeponie nachzuforschen und einen intensiven Schriftverkehr mit den Behörden zu pflegen.

    Deponiegegner sind beunruhigt

    Die Betreiberfirma hat eine neue Verkehrsanbindung zum geplanten Deponiegelände genehmigt bekommen. Im Zuge dessen wird auch ein Parkplatz an der B 304 verlegt - und zwar von der Betreiberfirma selbst. Das alles wurde genehmigt, obwohl das Planfeststellungsverfahren für die Deponie noch läuft. Deswegen befürchten die Gegner, das nun "Fakten geschaffen" werden.

    Wald soll gerodet werden

    Der Parkplatz an der B 304 soll weiter nach Osten verlegt werden. Das macht auch die Rodung von Wald nötig. Das Rosenheimer Forstamt will darüber noch im Dezember entscheiden. Der Bund Naturschutz Wasserburg, der auf der Seite der Bürgerinitiative steht und die geplante Deponie strikt ablehnt, sieht auch die geplante Waldrodung kritisch. Die Wasserburger Mitglieder seien sehr beunruhigt, was die Deponieplanungen angehe, berichtet der Vorsitzende Max Finster.

    Behörde führt anderes Argument ins Feld

    Das Staatliche Bauamt Rosenheim betont, dass die Entscheidung in Sachen Zu- und Abfahrt und die Verlegung des Parkplatzes völlig unabhängig vom laufenden Planfeststellungsverfahren sei. Die Behörde sieht an dieser Stelle an der B 304 eine Unfallhäufung. Da sich mit der Verlegung des Parkplatzes und dem Bau von Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen eine Verbesserung ergibt, habe man dem Antrag der Firma Zosseder zugestimmt.

    Großes Misstrauen in die Behörden

    Für Roger Diller ist die angebliche Unfallhäufung nur vorgeschoben. Er habe recherchiert: alle acht Unfälle, von denen er weiß, seien nicht in Zusammenhang mit diesem Parkplatz in Verbindung zu bringen. Für Diller dient das Argument der Unfallhäufung nur dazu, die Planfeststellung zu umgehen und die Bürger an der Nase herumzuführen. Er hofft auf die Zusage der Regierung von Oberbayern, die ein faires Verfahren versprochen habe.

    Entsorgungsfirma will Pläne weiterverfolgen

    Die Zu- und Abfahrt zum geplanten Deponiegelände zu regeln, sei Hausaufgabe nach dem Erörterungstermin gewesen, rechtfertigt sich das Unternehmen Zosseder. Die Verlegung des Parkplatzes sei unabhängig vom Planfeststellungsverfahren für die Deponie, heißt es auch dort. Und: Der Bedarf für die geplante DK I-Deponie sei gegeben. Deponien seien sicher noch längere Zeit fester Bestandteil der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!