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Umstrittene Baumfällungen sind "zulässig", trotzdem "kritisch" | BR24

© BR/Anne-Lena Schug

Nach Kritik von Naturschützern wurde der sofortige Holzerntestopp für das betroffene Gebiet angeordnet.

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    Umstrittene Baumfällungen sind "zulässig", trotzdem "kritisch"

    Das Landesamt für Landwirtschaft und Forsten hält die umstrittenen Fällungen in Kelheimer Naturschutzgebieten für zulässig. Das Bayerische Umweltministerium sieht sie jedoch kritisch. Die Regelungen seien "klar überarbeitungsbedürftig".

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    Nach dem Fällungsstopp in den Naturschutzgebieten bei Kelheim stuft das Landesamt für Landwirtschaft und Forsten die Fällungen als zulässig ein. Das Bayerische Umweltministerium sieht die Fällungen jedoch kritisch - auch wenn sie erlaubt waren. Die forstwirtschaftlichen Regelungen hierzu seien "klar überarbeitungsbedürftig", so der Ministerialdirektor des Umweltministeriums, Christian Barth.

    Buchenwald und Bodendenkmäler

    Zu berücksichtigen seien der Erhalt und die Förderung eines standorttypischen, alt- und totholzreichen Buchenwaldes, aber auch der Schutz der landeskundlich und wissenschaftlich bedeutenden Wallanlagen, Schürfgruben und sonstigen Bodendenkmälern, heißt es in einem Schreiben an den Kelheimer ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz. Das werde vom Europarat gefordert.

    Gutachten: Fällungen seien "schonend und achtsam gewesen"

    Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hat bereits ein Gutachten zu den Fällungen erstellt. Allerdings ist das eine forstfachliche Beurteilung und keine naturschutzfachliche, wie Amtschef Joachim Hamberger dem BR erklärte. Mehrere Mitarbeiter des AELF seien in den letzten Tagen immer wieder in den kritisierten Waldstücken gewesen. In dem Gutachten kommt das AELF Abensberg zu dem Schluss, dass die Fällungen ein schonender, achtsamer Vorgang gewesen seien, die im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft zulässig seien. Aus forstfachlicher Sicht hätten sogar noch deutlich mehr Bäume gefällt werden dürfen und das auch mit schwerem Gerät - wie etwa einem Harvester.

    Kritik: Zu massiver Eingriff in Naturschutzgebiet

    Die Fällungen in den Naturschutzgebieten waren insbesondere vom Landesbund für Vogelschutz und vom Kelheimer ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz massiv kritisiert worden. Sie hätten massive Schäden angerichtet und den Lebensraum von Tieren zerstört. Den Naturschützern sei bewusst, dass solche Fällungen rechtlich erlaubt seien. Grundsätzlich kritisieren die Naturschützer, dass die Staatsforsten gerade in einem staatlichen Naturschutzgebiet Holz ernten. Die Naturschützer halten es für unangebracht und problematisch in direkter Nähe zum Nationalen Naturmonument alte Buchen zu fällen.

    In einer aktuellen Pressemitteilung heißt es, das Ende der Baumfällungen sei ein Erfolg für den Naturschutz. "Damit ergibt sich die Chance, im Rahmen eines konstruktiven und sachlichen Dialogs das Beste für Mensch und Natur in diesem großartigen Gebiet zu erreichen“, so der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer.

    Fällungen in der Nähe des Nationalen Naturmonuments

    Gegen Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche seien verschiedene Behördenvertreter zu einer Begehung des Gebiets eingeladen. Erst vor rund einem Monat ist der Donaudurchbruch bei Kelheim - die Weltenburger Enge - von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum ersten Nationalen Naturmonument ernannt worden. Damit steht das Gebiet unter besonderem Schutz.

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