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Ein Elektrobus in München
© BR/Gabriel Wirth
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Ein Elektrobus in München

Zur Finanzierung der E-Busse werden auch öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen, wie es in einer MVG-Mitteilung heißt. Finanzielle Unterstützung leisten demnach auch die Landeshauptstadt München aus dem Integrierten Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität in München (IHFEM), der Freistaat Bayern und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des "Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020".

E-Bus-Technik soll sich weiterentwickeln, Reichweite zunehmen

Angestrebt wird laut MVG eine Reichweite der Elektrobusse von rund 280 Kilometern bei vollem Energiespeicher. Die Ladung erfolgt über Nacht im Betriebshof. Die neuen Fahrzeuge sollen über eine Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen verfügen. Diese soll an kalten Tagen Heizenergie bereitstellen, so dass die nach wie vor vorhandene Zusatzheizung möglichst wenig in Anspruch genommen werden muss.

Bisher ist vor allem die Reichweite ein Problem bei E-Bussen. Das räumt auch die MVG ein.

"Schwerpunktmäßig geht es darum, die Reichweite der Busse weiter zu erhöhen und auch größere Fahrzeuge wie Gelenkbusse und Buszüge zu elektrifizieren, die in München hauptsächlich benötigt werden." Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft

MVG: "E-Busse bald Standard auf Deutschlands Straßen"

Der Münchner MVG-Chef Wortmann geht davon aus, dass die Entwicklung der E-Busse rasant voranschreitet.

"E-Busse werden in einigen Jahren Standard auf Deutschlands Straßen und in München sein, wenn die derzeit noch vorhandenen Schwachstellen konsequent abgebaut werden. Wichtig ist vor allem, dass die Batterien noch leistungsfähiger werden, effiziente Heiz- und Kühlsysteme wie etwa Wärmepumpen zu entwickeln und die E-Busse leichter zu machen." Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft

Damit einhergehen muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen. Die MVG sucht derzeit ein Gelände für eine weitere Basis in München.

Auch der sukzessive Ausbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen stellt eine große Herausforderung dar. Darüber hinaus müssen Lade- und Betriebsmanagementsysteme entwickelt und miteinander verknüpft werden.

Vision der MVG: Busverkehr zu 100 Prozent elektrisch und emissionsfrei

Die Vision der MVG ist es, den Busverkehr in München in Zukunft zu 100 Prozent elektrisch und zu 100 Prozent emissionsfrei mit Ökostrom zu betreiben.

"Die Elektrobusse müssen am Ende genauso zuverlässig und genauso wirtschaftlich einzusetzen sein wie unsere modernen Dieselbusse. Nur so werden wir es schaffen, noch mehr ÖPNV für noch mehr Fahrgäste anzubieten, einen möglichst hohen Marktanteil zu erzielen und damit auch Autofahrer zum Umsteigen zu motivieren." MVG-Bus-Chef Ralf Willrett

Staatsregierung will Öffentlichen Nahverkehr stärken

Das deckt sich mit dem erklärten Ziel der Bayerischen Staatsregierung, den Öffentlichen Nahverkehr in Bayern zu stärken. So hat Ministerpräsident Söder im vergangenen Jahr die Einführung eines 365-Euro-Jahresticket für die Zukunft in Aussicht gestellt. In München tritt die MVV-Reform mit dem Fahrplanwechsel in Kraft. Zudem werden in Bayern derzeit neue Verkehrsverbünde gegründet und bestehende stärker bezuschusst, wenn es um den Kauf neuer Fahrzeuge geht.

Es ist klar, dass bei der Umrüstung der Busflotten hohe Kosten anfallen. Doch die Politik wird sich überlegen, das direkt auf die Fahrgäste umzulegen. Wenn es tatsächlich eine Verkehrswende geben soll, dann wären Preissprünge bei Bussen und Bahnen Gift. Es wird also an den politischen Entscheidungen der nächsten Jahre hängen, inwieweit Bund und Länder aus Steuermitteln den Kauf von Elektrobussen fördern. Dafür, dass sie das tatsächlich tun, gibt es ja bereits Anzeichen, so die E-Bus-Pläne für München." BR-Verkehrsexperte Anton Rauch

Außerdem haben Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Hans Reichhart mehrfach erklärt, dass sie den Öffentlichen Nahverkehr stärker fördern wollen.