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Kuka-Roboter
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Andreas Herz
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Kuka-Roboter

Ein Sofortpaket soll die Effizienz in Verwaltung, Vertrieb, Einkauf und Projektmanagement steigern. 300 Millionen Euro will Kuka damit einsparen, ein Großteil davon schon in diesem Jahr.

Einhergehen wird dies wohl mit einem Stellenabbau: "Das Effizienzprogramm wird auch Personalmaßnahmen umfassen", heißt es von Kuka. In welchem Umfang ist noch unklar. Zudem sollen die Produktion und die Produktpalette in China um kleinere und einfachere Roboter erweitert werden.

Kuka hat Zahlen erneut nach unten korrigiert

Das abgelaufene Jahr sei mit einem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent auf etwa 3,2 Milliarden Euro noch schlechter gelaufen als im Herbst gedacht, hieß es von Kuka zur Begründung. Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank auf knapp 100 Millionen Euro und ist damit deutlich niedriger als im Jahr zuvor. Die Kuka-Aktie fiel deutlich.

Schwache Konjunktur und Kuka-interne Probleme

Als Hauptgründe nennt das Aushängeschild der deutschen Roboterindustrie die schwächelnde Auto- und Elektroindustrie sowie das schwache Wachstum auf dem wichtigen chinesischen Markt, das so niedrig sei wie zuletzt in der Finanzkrise vor zehn Jahren.

Doch auch im Unternehmen selbst scheint es Gründe für das abrupte Ende der Erfolgssträhne zu geben. Schon seit geraumer Zeit schwächelt beispielsweise der Anlagenbau. Hier wurden bereits Stellen abgebaut. Und in der Meldung zu den aktuell schlechten Zahlen spricht Kuka von "unvorhersehbaren negativen Einflüssen im Projektgeschäft".

Ziele für 2020 Makulatur

An eine schnelle Wende durch die nun beschlossenen Sofortmaßnahmen glaubt der Roboterbauer jedoch nicht: Die ehrgeizigen Ziele von Ex-Konzernchef Till Reuter, dessen Posten im Dezember Finanzvorstand Peter Mohnen übernommen hat, sind Makulatur. Weder ein Umsatz von 4 bis 4,5 Milliarden Euro, noch eine Rendite von 7,5 Prozent seien im nächsten Jahr erreichbar, so Kuka.

Roboterbauer Kuka gehört den Chinesen

Kuka hat weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter, rund 4.000 davon am Stammsitz in Augsburg. 2016 war der Roboterbauer vom chinesischen Konzern Midea übernommen worden. Dies hatte zu langen Debatten über den möglichen Abfluss von Know-How nach China geführt. Bis 2023 garantiert eine Investorenvereinbarung Kuka die Eigenständigkeit von Midea.