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Allianz Arena leuchtet in den Regenbogenfarben

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Arena ohne Regenbogenfarben: UEFA sagt Nein

Die UEFA macht München einen Strich durch die Rechnung. Die geplante Aktion, im EM-Spiel gegen Ungarn die Arena in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, wird nicht zugelassen.

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Von
  • Erich Wartusch

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte einen Antrag an die Europäische Fußball-Union UEFA gestellt: Im dritten Gruppenspiel gegen Ungarn sollte die Arena, deren Außenhaut beliebige Farbkombinationen annehmen kann, in Regenbogenfarben erstrahlen.

Doch daraus wird nichts: Die UEFA hat das Vorhaben verboten. Der Hintergrund der geplanten Aktion erscheint dem Fußballverband zu konkret - nämlich eine Reaktion auf das in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament verabschiedete Gesetz, das unterbinden soll, dass sich Jugendliche über Homosexualität und Transsexualität informieren können. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation (…) und muss daher diese Anfrage ablehnen."

UEFA-Erlaubnis nur an anderen Tagen: Pride Week oder CSD

Im Vorfeld der EM war festgelegt worden, dass die Arena in den Farben der teilnehmenden Länder leuchten soll. Eine Ausnahme hätte die UEFA aber der Stadt München gestattet: das Stadion entweder am 28. Juni - dem Christopher Street Liberation Day - oder zwischen dem 3. und 9. Juli - der Pride-Woche in München - mit den Regenbogenfarben zu beleuchten.

Regenbogen-Arena fand viele Fürsprecher

Für die Idee der Regenbogen-Arena war viel Zuspruch gekommen. Ministerpräsident Markus Söder bedauerte die Ablehnung durch die UEFA auf Twitter "Schade, das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen.", ebenso wie Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag: "Wenn ich sehe, wie viele Kampagnen die UEFA schon für Respekt, für Vielfalt, für Fairness gestartet hat, sollte man doch annehmen, dass die UEFA eine solche Maßnahme begrüßen sollte", sagte sie im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

"Was gibt es Besseres, die große Strahlkraft des Fußballs zu nutzen, um Signale in alle Welt auszusenden?" Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag

Massive Kritik aus Ungarn

An dem Vorschlag eines bunten Stadions und der damit verbundenen indirekten Kritik an der ungarischen Politik gab es erwartungsgemäß wütende Reaktionen aus Budapest. Außenminister Peter Szijjarto mahnte Deutschland, aus historischer Erfahrung Politik und Sport nicht zu vermischen.

Die ungarische Tageszeitung Magyar Nemzet schreibt heute: "Für die linke Münchner Stadtführung haben wir wiederum die Botschaft: die Politik hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Weder in brauner noch in roter noch in regenbogenfarbener Verpackung."

Regenbogen-Beleuchtung für Stadien in Köln und Frankfurt

An der Stelle Münchens wollen nun andere deutsche Stadien in die Bresche springen: Frankfurt und Köln kündigten an, ihre Arenen am Mittwochabend in Regenbogen-Farben leuchten lassen. In München wollen die Organisationen der deutschen Christopher Street Days (CSD) vor dem Stadion Regenbogenfahnen an die Fans verteilen. Auch am Münchener Rathaus hängen bereits Regenbogenfahnen.

Neuer auch gegen Ungarn mit Regenbogen-Kapitänsbinde

Manuel Neuer wird unterdessen die Fußball-Nationalmannschaft auch gegen Ungarn mit der symbolträchtigen Regenbogen-Binde am Arm als Kapitän auf den Platz führen. Das hatte der Deutsche Fußball-Bund bestätigt. Die UEFA hatte am Sonntag das Tragen der Spielführer-Binde genehmigt. Eigentlich müssen die Kapitäne beim Turnier eine vom Verband gestellte Binde mit dem Kampagnen-Schriftzug "Respect" tragen.

💡 Die Regenbogenfahne - Symbol für Vielfalt und Respekt

Seit mehr als 40 Jahren steht die Regenbogenfahne als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Repräsentiert sehen sich von der Flagge etwa Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transmenschen.

In der heute gebräuchlichsten Variante zeigt die Fahne sechs Farben, die Vielfalt und Zusammenhalt ausdrücken. Von oben nach unten: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila. Der Deutsche Fußball-Bund etwa sieht die Flagge als Zeichen und Bekenntnis "für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung".

Video: Pressekonferenz mit Münchens Oberbürgermeister Reiter im BR24Live

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tobias Hase

Die UEFA macht München einen Strich durch die Rechnung. Die geplante Aktion, im EM-Spiel gegen Ungarn die Arena in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, wird nicht zugelassen. Die Reaktion von Münchens Oberbürgermeister Reiter.

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