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Überteuerte Masken gekauft? Aiwanger wehrt sich gegen Vorwurf | BR24

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In der Produktion eines Autozulieferers wurden im Frühjahr 2020 Masken produziert.

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    Überteuerte Masken gekauft? Aiwanger wehrt sich gegen Vorwurf

    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den schnellen Kauf von Corona-Schutzmasken im Frühjahr 2020 verteidigt. Ihm war vorgeworfen worden, die Masken seien zu überhöhten Preisen erworben worden.

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    • BR24 Redaktion

    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf eines überteuerten Einkaufs von Corona-Schutzmasken im Frühjahr 2020.

    Vorausgegangen waren Medienberichte, dass das bayerische Wirtschaftsministerium eine Million Masken zu einem Netto-Stückpreis von fünf Euro von der niederbayerischen Firma Zettl in Weng gekauft und damit einen viel zu hohen Preis gezahlt hätte.

    "Erfolgreich für Leben und Gesundheit der Bürger eingesetzt"

    Aiwanger hat den schnellen Masken-Kauf vom März 2020 verteidigt und sich dagegen gewehrt, in die Nähe unsauberer Amigo-Geschäfte gerückt zu werden. Das Ministerium hatte seinerzeit bei der niederbayerischen Firma Zettl eine Million Atemschutzmasken zum Nettopreis von fünf Millionen Euro bestellt, kurz nachdem in Bayern wegen der Corona-Pandemie der Katastrophenfall ausgerufen worden war.

    "Wir haben uns erfolgreich für das Leben und die Gesundheit der Bürger unseres Landes eingesetzt und lassen uns diese Arbeit nicht durch eine falsche Berichterstattung kaputt machen", sagte Aiwanger. "Es ist unanständig und eine Rufschädigung an der Firma Zettl und an meiner Person, hier jetzt die Fakten zu verdrehen und mich in die Nähe von dubiosen Deals rücken zu wollen."

    Weltweit hätten damals Atemschutzmasken gefehlt

    Weltweit hätten damals Atemschutzmasken gefehlt, betonte das Ministerium in München und zitierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: "Die Versorgung des medizinischen Personals in Deutschland kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit CE-gekennzeichneten Atemschutzmasken sichergestellt werden."

    Das Bundesinstitut habe die Zettl-Masken dann zertifiziert. Wegen des drängenden Bedarfs seien sie damals "in Handarbeit an der Nähmaschine hergestellt" und zwischen März und Juni 2020 an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen verteilt worden. Im Mai 2020 gründeten die Firmen Sandler, PIA und Zettl den "Bayerischen Maskenverbund".

    "Wir haben bewiesen, dass eine bayerische Produktion hochwertiger Masken verlässlicher und effizienter ist als ein Ankauf billiger Asien-Ware." Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

    Die Masken des "Bayerischen Maskenverbunds" seien wie vereinbart zeitnah zwischen März und Juni 2020 ausgeliefert worden, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Das THW habe sie in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen zum Schutz gegen Sars-CoV-2-Ansteckungen verteilt.

    Fünf Euro für eine Maske im Einkauf?

    Es sei das mehrfach kommunizierte Ziel des Ministeriums gewesen, eine bayerische Maskenproduktion aufzubauen, um die Abhängigkeit der Versorgung der bayerischen Bevölkerung vom Weltmarkt zu reduzieren, so das Ministerium weiter.

    Wie wichtig eine Herstellung qualitativ hochwertiger bayerischer Atemschutz- und FFP2-Masken sei, zeige sich durch die wiederholten Berichte über minderwertige Masken aus China, die in den vergangenen Monaten aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Der TÜV habe Mängel bei FFP2-Masken für 4,50 Euro netto festgestellt, 30.000 Schutzmasken der bayerischen Bereitschaftspolizei seien wegen möglicher Mängel zurückgerufen worden.

    Bund der Steuerzahler fordert genaue Preisprüfung

    Der Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. fordert aktuell in einer Mitteilung, dass auch in Krisenzeiten der Kauf von Schutzmasken mit Steuermitteln genau geprüft werden solle. Es könne nicht angehen, dass eine Notlage ausgenutzt werde und plötzlich "Mondpreise" verlangt würden, so Präsident Rolf von Hohenhau.

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