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Überlastet und ausgebremst: das Rosenheimer THW zu Corona-Zeiten | BR24

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Einsatz-Jacke der THW-Jugend in Rosenheim

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    Überlastet und ausgebremst: das Rosenheimer THW zu Corona-Zeiten

    Über zu wenig Einsätze können sich die Ehrenamtlichen des Technischen Hilfswerks (THW) in Rosenheim nicht beklagen. Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten tausende Einsatzstunden geleistet werden. Das Nachsehen hat dabei die Jugend.

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    Von
    • Dagmar Bohrer-Glas

    Was Hilda Hohenheit am THW besonders mag? "Die großen Maschinen", sagt die 15-jährige lachend. Vor allem mit dem Spreizer hätte sie in diesem Jahr gerne mehr gearbeitet. Aber hier kann die Rosenheimerin nur mit den Schultern zucken. Denn Praxis-Stunden gab es in diesem Jahr für den Nachwuchs beim Technischen Hilfswerk fast gar nicht. Momentan bereitet sich Hilda auf das Leistungsabzeichen vor: digital - und so bleibt es auch hier nur bei der Theorie.

    Tausende Einsatzstunden durch Corona …

    Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rosenheimer Technischen Hilfswerkes haben im Corona-Jahr 2020 bislang rund 7.000 Einsatzstunden geleistet. Masken und Schutzbekleidung mussten von A nach B transportiert werden und vor den Kliniken in der Region bauten die THWler Zelte für die Zugangskontrollen auf. Auch die Corona-Teststationen an den Autobahnen und auf der Loretowiese in Rosenheim wurden vom THW auf- und abgebaut.

    … aber kaum Ausbildung

    Den 7.000 Einsatzstunden bei den Erwachsenen stehen dabei nur 250 Ausbildungsstunden bei der Jugend gegenüber. Man habe den "absoluten Mega-Ausbildungsstau", bilanziert Stefan Greifenstein, Ortsbeauftragter des THW Rosenheim. Seit Monaten sei Ausbildung aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Erst wenn das THW Rosenheim auf die mittlere Warnstufe herabgestuft würde, sei Ausbildung möglich - in aufgeteilten Gruppen.

    "Das ärgert uns, das ärgert die Kids." Stefan Greifenstein, Ortsjugendbeauftragter

    Kein Zeltlager, wenig Gemeinschaft

    Nach einem erfolgreichen Übungstag am Lagerfeuer sitzen, gemeinsam essen, singen und ratschen - das gab es für die Rosenheimer THW-Jugend in diesem Sommer nicht. Das bedauern die 15-jährige Leonie und der 14-jährige Jan fast am meisten. Überhaupt sind es die Zusammenkünfte, die Gemeinschaft, die allen fehlt - den Großen wie den Kleinen. Dass das Rosenheimer Inndammfest in diesem Jahr ausfallen musste, haben sie nicht ganz verschmerzt. Von der Jugend sei aber bislang noch keiner abgesprungen, berichtet Ortsbeauftragter Greifenstein.

    Eisenbahn-Übungsstrecke liegt brach

    Hinter dem Rosenheimer Klinikum am Inndamm liegt das Übungsgelände des Technischen Hilfswerkes. Dort steht auf ein paar Metern Gleisen, einsam und verlassen, ein kurzer roter Zug. In normalen Zeiten würden hier regelmäßige Übungen am Gleis stattfinden, doch wegen Corona war die neu erstellte Übungsstrecke noch keinen einzigen Tag im Einsatz. Die Warteliste sei lang, viele Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis hätten Interesse, so THW-Pressesprecher Stefan Huber. Und so gibt es auch hier, am Übungsgleis, einen enormen Ausbildungsstau.

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