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Über Inzidenzwert 200: Fünf Corona-Hochburgen in Bayern | BR24

© picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Derzeit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist der Landkreis Berchtesgadener Land: Der Inzidenzwert kratzt dort an der 300er-Marke.

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    Über Inzidenzwert 200: Fünf Corona-Hochburgen in Bayern

    Die Corona-Zahlen im Freistaat steigen immer weiter an: Inzwischen gibt es fünf Kommunen, die einen Inzidenzwert von über 200 aufweisen: Die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sowie die Städte Rosenheim, Weiden und Augsburg.

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    Fünf Kommunen in Bayern weisen bei den Corona-Neuinfektionen inzwischen eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 auf: Den landesweit höchsten Wert hat weiterhin der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land, der mittlerweile nach Angaben der Kreisbehörde fast auf 296 kommt. Dahinter folgt laut dem Landesamt für Gesundheit der niederbayerische Kreis Rottal-Inn mit 240. Beide Landkreise haben wegen der hohen Zahlen bereits Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung verhängt.

    Solch ein faktischer Lockdown droht allerdings auch in mehreren kreisfreien Städten. So liegt der Corona-Warnwert in der Stadt Augsburg nach Angaben der Kommune mittlerweile bei 218, die Stadt Rosenheim liegt laut dem Landesamt bei 217. Auch die Stadt Weiden hat laut LGL mit 204 die 200er-Marke bereits übersprungen.

    Die Inzidenzwerte bedeuten, dass sich in den Kommunen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 200 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Vor wenigen Tagen hatte die Staatsregierung in München die 100er-Marke als zusätzliche, "dunkelrote" Warnstufe festgelegt, zuvor war der rote Wert 50 der höchste Grenzwert.

    Berchtesgadener Land: Technischer Fehler bei LGL

    Im Landkreis Berchtesgadener Land herrscht seit der vergangenen Woche ein teilweiser Lockdown: Hotels, Gaststätten, Schulen, Kitas und Kindergärten müssen geschlossen bleiben. Am Dienstag kratzte die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche knapp an der 300er-Marke, die Zahl stieg laut Landratsamt im Landkreis auf fast 296 - ein Rekordwert. Seit dem Vortag wurden 54 weitere Corona-Fälle bestätigt, somit kommt der Landkreis aktuell auf 370 SARS-CoV-2-Infizierte.

    Auf der Internetseite des LGL gibt es in der kartografischen Darstellung des 7-Tage-Inzidenzwertes für das Berchtesgadener Land jedoch technische Probleme: Der dort veröffentlichte Wert von 219,01 ist nicht tagesaktuell.

    Besonders viele Fälle gebe es im sogenannten Bürgerheim in Berchtesgaden, einem Alten- und Pflegeheim, sowie im Haus Hohenfried in Bayerisch Gmain (für Menschen mit einer geistigen Behinderung). Die betroffenen Personen wurden isoliert. In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 20 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Davon werden drei Patienten intensivmedizinisch betreut.

    Alle Informationen zum Corona-Geschehen finden Sie hier.

    Vorerst keine zusätzlichen Maßnahmen in Rosenheim

    Die Stadt Rosenheim möchte nach Angaben eines Sprechers keinen Lockdown verhängen. Auch über zusätzliche Maßnahmen sei noch nicht entschieden worden, heißt es. "Wir werden uns sehr genau ansehen, welche Möglichkeiten wir haben", sagte Sprecher Thomas Bugl am Dienstagnachmittag.

    Im RoMed-Klinikverbund für die Region würden rund 40 Intensivbetten für Corona-Patienten vorgehalten. "Wir haben null Patienten auf Intensiv mit Corona, und wir haben null Corona-Patienten an einem Beatmungsgerät", sagte Bugl. Es gebe eine "völlig überdrehte Einschätzung der tatsächlichen Lage durch die Medien."

    Derzeit gelten in Rosenheim die bayernweiten Corona-Maßnahmen für Städte und Landkreise, in denen die Corona-Ampel auf "dunkelrot" gesprungen ist. Das ist bei mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen der Fall.

    Einzelhandel in Rottal-Inn bleibt offen

    Auch im Landkreis Rottal-Inn steht das öffentliche Leben bei einem Inzidenzwert von 240 weitgehend still. Der Einzelhandel darf jedoch offen bleiben. Personen von außerhalb des Landkreises dürfen wie gewohnt einkaufen, die Landkreisbürgerinnen und -bürger jedoch seit heute Mitternacht nur noch mit dringlichem Grund, so Thomas Hofbauer, ein Pressesprecher des Landratsamtes Rottal-Inn auf BR-Nachfrage. Berufliche Tätigkeiten dürfen trotz des faktischen Lockdowns weiterhin außerhalb des Landkreises ausgeübt werden.

    Nur noch zwei bayerische Landkreise "grün"

    In München sind die Corona-Zahlen ebenfalls unverändert hoch. Der aktuelle 7-Tage-Inzidenzwert liegt bei 114,4 - gestern lag er bei 114,5.

    Insgesamt haben sich laut dem LGL seit Montag 2.089 Menschen in Bayern neu mit dem Coronavirus infiziert, das sind rund 500 mehr Neuinfektionen als am Vortag. Damit sind seit dem Beginn der Pandemie 93.786 Personen im Freistaat an Covid-19 erkrankt.

    Seit Montag starben zwölf infizierte Personen in Zusammenhang mit dem Virus, sodass es in Bayern inzwischen 2.756 Todesopfer gibt. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt im Freistaat im Durchschnitt bei 96,06. Am höchsten ist diese mit 112,40 (+407 Fälle) im Regierungsbezirk Schwaben. Die meisten Infektionszahlen hat jedoch Oberbayern mit 42.393 Fällen.

    In ganz Bayern steht die Corona-Ampel nur noch in den Landkreisen Kelheim und Amberg-Sulzbach auf grün, das heißt unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

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