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Üben für den Ernstfall: Erster Übungsdeich in Neustadt errichtet | BR24

© BR/Katharina Pfadenhauer

Einsatzkräfte vor dem Übungsdeich in Neustadt an der Donau

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    Üben für den Ernstfall: Erster Übungsdeich in Neustadt errichtet

    In Neustadt an der Donau (Lkr. Kelheim) können die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte ab sofort für den Ernstfall proben. In einem einzigartigen Projekt wurde ein sogenannter Übungsdeich erbaut. Fünf Hochwasser-Szenarien können dort simuliert werden.

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    Nach der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2013 entstand die Idee, im Landkreis Kelheim eine Deichübungsanlage für die Ausbildung der Einsatzkräfte zu errichten. Jetzt können fünf Szenarien simuliert und verschiedene Gegenmaßnahmen eingeübt werden. Es ist ein einzigartiges Projekt in der Region.

    Neben Theorie jetzt auch Praxiserfahrung möglich

    Außerhalb eines Hochwasserereignisses war es bisher nur möglich, Einsatzkräfte theoretisch zu schulen. Eine praktische Erfahrung konnte nur während des tatsächlichen Hochwassereinsatzes gesammelt werden. In einem gemeinsamen Projekt von Feuerwehr, DLRG und THW wurde nun mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes Landshut ein Übungsdeich in Neustadt an der Donau errichtet. Mit dieser Deichübungsanlage ist es künftig möglich, verschiedene Schäden an Deichen zu simulieren und erforderliche Maßnahmen zu einzustudieren.

    Erste Teilnehmer bereits ausgebildet

    Geübt wird an einem sechs Meter langen Deich. Die Ausbildung wird zweimal im Jahr angeboten.

    Die erste mehrtägige Übung der Feuerwehr Kelheim hat bereits stattgefunden. Es werden Theorie im Feuerwehrhaus in Neustadt und Praxis am Übungsdeich vermittelt. Dazu gehören logistische Fähigkeiten, genauso wie die Befüllung von Sandsäcken und Sicherheitsmaßnahmen am Deich vor Ort.

    Ernstfall lässt keine Zeit für Diskussionen

    Im Krisenfall, werden sofort alle Feuerwehrleute aus dem gesamtem Landkreis eingezogen. Die Zusammenarbeit muss reibungslos funktionieren. Jeder muss wissen, wo er zu stehen und was er zu tun hat. Was hat der Taucher unter Wasser für Probleme, wie kann man ihn unterstützen? Tritt der Ernstfall ein gibt es nämlich keine Zeit für Diskussionen. Die Kommunikation muss funktionieren, aber auch die Logistik: Wie teilt man beispielsweise das Personal ein. Das alles war in der Vergangenheit ein Problem, berichten die Verantwortlichen.

    Verschiedene Szenarien: Was ist zu tun wenn?

    Eine Übung beschäftigt sich zum Beispiel mit einem Böschungsabrutsch. Dafür stehen 600 Sandsäcke bereit, die mit einer Menschenkette zur Schadstelle transportiert werden. Die Einsatzkräfte, die am Wasser arbeiten, müssen gesichert werden. Zur Kraftverteilung und Befestigung der Plane werden Baustahlmatten auf die betroffene Stelle gelegt, welche mit Sandsäcken beschwert werden. Das Material muss von Tauchern installiert werden.

    Ein anderes Szenario simuliert eine Überflutung des Deiches. Überzähliges Personal muss bei dieser Übung aus dem Gefahrengebiet abgezogen werden. Verbleibendes Personal ist zu sichern. Rückzugswege sind festzulegen. Der Deich kann mit Kies oder Sandsäcken erhöht werden.

    Neustadt hat etliche Hochwasserkatastrophen erlebt

    Die letzten schlimmen Hochwasser in Neustadt an der Donau waren in den Jahren 1999, 2002, 2005, 2013. 1999 waren 2.000 Personen und 700 Wohngebäude betroffen.

    Ein Teil der Deiche in Neustadt wurden bereits im Jahr 1956 gebaut. Das sind jene, die 1999 gebrochen sind. Diese wurden mit Stahlkonstruktionen und besseren Zufahrtswegen verstärkt. Neue Deichanlagen und Flutpolder wurden gebaut.

    © BR/Katharina Pfadenhauer

    Einsatzkräfte proben das Auslegen von Sandsäcken am Übungsdeich