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Die Bundestagswahl Ende September ist in aller Munde. Auch bei Jugendlichen unter 18 Jahren, obwohl die gar nicht mitbestimmen dürfen. Einige von ihnen begaben sich bei der sogenannten U18-Wahl bereits an die Urnen.

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U18-Wahl: So wählte die Jugend in Landshut

Die Bundestagswahl Ende September ist in aller Munde. Auch bei Jugendlichen unter 18 Jahren. Einige von ihnen begaben sich bei der sogenannten U18-Wahl bereits an die Urnen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

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Von
  • Philip Kuntschner
  • BR24 Redaktion

Volljährige und damit Wahlberechtigte machen rund 84 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Sie sind kommenden Sonntag dazu aufgerufen, den neuen deutschen Bundestag zu wählen. Jugendliche unter 18 Jahren haben bereits ihre Stimmen abgegeben. Nämlich bei der sogenannten U18-Wahl, durchgeführt vom Deutschen Bundesjugendring.

Alles zur Bundestagswahl 2021 finden Sie hier

Hunderte Wahllokale für die U18-Wahl

Mehr als 600 Wahllokale hatten geöffnet, die meisten davon in Schulen. So auch im Landkreis Landshut, wo die Organisatoren des Kreisjugendrings verstärkt auf die politische Bildung junger Menschen setzen. Laura Wisniewsky war dafür im ganzen Landkreis unterwegs, um über die U18-Wahl zu informieren und zu motivieren.

"Ich finde es wichtig, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Was wissen sie denn überhaupt über politische Themen? Wie denken sie darüber und was ist ihnen denn eigentlich selber wichtig?" Laura Wisniewsky, Kreis Jugendring

Die Wahl selbst sei dabei nur das große Finale, sagt Wisniewsky. Wirklich wichtig sei vielmehr, dass sich die junge Generation mit den Parteien und ihren Inhalten befasst. Denn natürlich haben die abgegeben Stimmen der U18-Wahl am Ende keinerlei Einfluss auf die Zusammensetzung des neuen Bundestags, sie geben aber ein Stimmungsbild ab.

Großes Thema bei Jugendlichen: Klimaschutz

Bei den Landshuter U18-Wählern gab es vorab schon einen Trend zu erkennen: Der Klimaschutz schien besonders wichtig zu sein. Umso erstaunlicher die Ergebnisse der U18-Wahl, die nun bekannt geworden sind:

Geht es nach den 2.340 Kindern und Jugendlichen aus der Region Landshut, würde die CSU mit knapp 22 Prozent als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. Auf sie folgt die SPD mit rund 18 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Kampf um den Platz als drittstärkste Kraft konnten sich die Grünen (12,86 Prozent) knapp gegen die FDP durchsetzen (12,18 Prozent).

Ebenfalls über die Fünf-Prozent-Hürde kämen die AfD (rund sechs Prozent) sowie die Freien Wähler (6,5 Prozent). Den Einzug ins Parlament verpassen würden Die Linke und die Tierschutzpartei, beide bleiben knapp unter der Marke von fünf Prozent.

Wahlen ab 16 - eine gute Idee?

Der nachfolgenden Generation Gehör verschaffen, auch dafür ist die U18-Wahl gedacht. Es sei schon einmal ein Anfang, so abzustimmen, meint einer der Jugendlichen: "Natürlich wäre es besser, wenn die Stimme wirklich zählen würde. Also zum Beispiel mit Wahlen ab 16. Aber es ist schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung."

Wahlen ab 16, das fordern auch mehrere Parteien. Kritiker halten aber dagegen, dass es den Befürwortern gar nicht um die Jugend selbst gehen könnte, sondern nur um das bessere Abschneiden bei der Wahl. Fakt ist aber, dass der Anteil junger Wahlberechtigter immer weiter abnimmt und die Generation über 65 prozentual größer wird. Das könnte zu einem Ungleichgewicht, auch bei der Themensetzung, führen.

Das Absenken des Wahlalters würde die Gruppe der Erstwählerinnen und Erstwähler erhöhen, sagt die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch. Jedoch sei diese Schieflage demografisch bedingt. Zwischen den Jüngeren - das ist die kleinste Wählergruppe, die Erstwählerinnen und Erstwähler - und den über 60- und über 70-Jährigen - das ist eine wesentlich größere Gruppe. Da spiele es keine nennenswerte Rolle, wenn man das Wahlalter um zwei Jahre senke, so Münch.

Themen der nachfolgenden Generation

Klar sei aber auch: Das Alter spreche nicht automatisch für ein bestimmtes Wahlverhalten. "Man sollte nicht vernachlässigen, dass auch ältere Wählerinnen und Wähler durchaus in der Lage sind, sich Anliegen ihrer Kinder und ihrer Enkel zu eigen zu machen", meint Ursula Münch.

Geht es nach den U18-Wählern in Landshut, sollte die Politik aber ganz genau hinschauen, auf welche Themen die nachfolgende Generation setzt. Denn schon bei der nächsten Wahl hat ihre Stimme mehr als nur einen symbolischen Charakter.

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