Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Tweet zu Schüssen auf Polizistin sorgt für Empörung | BR24

© picture-alliance/dpa

Flagge der Piratenpartei im Wind

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Bildergalerie

Tweet zu Schüssen auf Polizistin sorgt für Empörung

Ein Bundestagskandidat für die Piratenpartei Brandenburg, Thomas Goede, bejubelt in einem Tweet die Schüsse auf eine Polizisten in München. Die Partei distanziert sich bereits von ihm für diese Äußerungen. Von Marc Strucken

Per Mail sharen
Teilen

Die Tagesschau twitterte die Meldung des Bayerischen Rundfunks über die Schüsse an einem Münchner S-Bahnhof. Ein Mann hatte dort eine Polizistin mit einem Kopfschuss schwer verletzt - auch weitere Menschen wurden von Schüssen getroffen. Thomas Goede, Mitglied der Piratenpartei, kommentierte den Tweet höhnisch und tief verletzend, wenn man das Schicksal einer 26-jährigen Beamtin vor Augen hat, die derzeit schwer verletzt im Krankenhaus liegt:

"So ein Tag, so wunderschön wie heute. Weg mit dem Bullendreck. Ich mach mal den Champus auf :D #ACAB" Tweet von Thomas Goede

Die Abkürzung "ACAB" steht für "All Cops Are Bastards", also "Alle Polizisten sind Bastarde". Und auch "Bullendreck" ist eher das Vokabular der Linksextremen. Nutzer auf Twitter reagierten wiederum schnell und hart auf die Äußerung des 29-Jährigen.

"Der hirntote Goede wird jetzt durch alle Medien gereicht. Ergebnis: jahrelange Arbeit von Piraten-Kommunalpolitikern diskreditiert. #Piraten" Frank Cebulla @cebu_11
"Das ist Zivilcourage Herr Stefan Goede? Man kann nur hoffen, daß die Piraten bald wieder auf 0% sind. Sie sind ja verfassungsfeindlich" 布莱恩·吴‏ @BulaienW
"Höcke=Nazi=ganze AFD Nazi Thomas Goede=Linksnazi=bedauerlicher Einzelfall der nichts mit der Partei #Piraten zu tun hat. Muß man wissen" Hafenmeister 🐸 💻‏ @LokiGragg

Piratenpartei distanziert sich - kein Parteiausschlussverfahren

In einer Stellungnahme auf ihrer Website, gehen die Piraten Brandenburg auf Distanz zu ihrem Bundestagskandidaten Goede. Dort heißt es:

"Es ist in keiner Weise zu akzeptieren, wenn gefeiert wird, dass ein Mensch schwer verletzt wurde und erst recht nicht, wenn dies in der Ausübung des Polizeidienstes geschieht. Die Polizei hat eine für die Gesellschaft überaus wichtige Funktion und wie in diesem Fall wieder tragisch deutlich wurde, ist diese nicht ungefährlich. Das Mindeste, was die Polizeibeamten erwarten dürfen, die sich für unsere Sicherheit in Gefahr begeben, ist Respekt für Ihren Dienst. Genau dies fehlte völlig in der heute getätigten Aussage eines Parteimitglieds; im Gegenteil, die schwer verletzte junge Frau wurde von ihm verhöhnt. Dies verurteilen wir auf das Schärfste." Piratenpartei Brandenburg

Weiter heißt auch, dass sich der Landesverband entschuldige. "Gegen das Mitglied sind noch am selben Abend satzungsgemässe Ordnungsmaßnahmen vom zuständigen Stadtverband Potsdam verhängt worden. Das Mitglied ist nach Anhörung von all seinen Ämtern zurückgetreten und hat auch auf Rechtsmittel gegen die erhobenen Maßnahmen verzichtet", erklärt die Piraten Partei online. Ein Parteiausschlussverfahren stehe derzeit nicht an - was im Netz ebenfalls scharf kritisiert wird.

Heftige Kommentare auch bei den Piraten

Auf die Stellungnahme folgen ebenfalls im Laufe des heutige Tages zahlreiche Kommentare - unter anderem bis zur Morddrohung. Guido Körber vom Landesverband mahnt die User zur Mäßigung. Er erklärt:

"Das Mitglied hat mittlerweile zugesichert,, im Wahlkampf nicht aufzutreten und ist aus der öffentlichen Darstellung entfernt worden. Mit seinen Äußerungen ist er als Kandidat der PIRATEN nicht geeignet." Guido Körber

Auch diese Meldung Körbers sei "nur ein Zwischenstand", man wolle "keine übereilten Entscheidungen treffen".

Polizei ermittelt gegen Goede

Nach einem Bericht der "Potsdamer Neueste Nachrichten" ermittelt jetzt der Staatsschutz gegen Thomas Goede. Bis zum Nachmittag seien neun Strafanzeigen laut Polizei eingegangen. Wie ein Sprecher in dem Artikel sagt, könnte sich der Piratenpolitiker strafbar gemacht haben wegen Störung des öffentlichen Friedens, Billigung von Straftaten oder Beleidigung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun, so der Polizeisprecher.

© Tweet von Thomas Goede

Tweet Thomas Goede (Piratenpartei)