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Gottschalk wird 70: Plaudernd durchs Leben | BR24

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Er ist der wohl bekannteste Ehrenbürger Kulmbachs: Thomas Gottschalk feiert seinen 70. Geburtstag. Vor über vierzig Jahren begann seine Karriere bei einem Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks.

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Gottschalk wird 70: Plaudernd durchs Leben

Er ist einer der erfolgreichsten Moderatoren Deutschlands, der Pannen wegplaudern kann: Thomas Gottschalk. Die B3-Radioshow war der Beginn, mit "Wetten, dass ..." erreichte er Kultstatus. Heute feiert der gebürtige Oberfranke seinen 70. Geburtstag.

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Es sind ganz sicher seine Schlagfertigkeit, sein Witz, seine saloppe Art und seine Spontanität, die Thomas Gottschalk zu einer TV-Ikone werden ließen. Kurz vor seinem 70. Geburtstag stellt er diese Fähigkeiten in einem Interview mit der "Bunten" wieder unter Beweis, als er auf die Corona-Zeiten angesprochen wird: "Ich bin krisenfest", so sein Kommentar. Als er 15 Jahre alt gewesen sei, seien in seiner Heimatstadt Kulmbach die Pocken ausgebrochen. Er habe den sauren Regen, die Tschernobyl-Katastrophe und die Volkszählung überlebt. "Außerdem ein Dutzend Intendanten der ARD und des ZDF, fünf Päpste und gefühlte 100 SPD-Vorsitzende. Nichts davon hat mir meinen Humor und den Glauben an das Gute im Menschen genommen."

Unterhaltung als Aufgabe

In Bamberg geboren, in Kulmbach aufgewachsen, fängt der große Blonde 1971 beim Jugendfunk des Bayerischen Rundfunks als freier Mitarbeiter an und studiert Geschichte und Germanistik. Schon damals geht es ihm nicht um knallharten Journalismus, sondern um frische Unterhaltungskultur – und der ist er bis heute treu geblieben. Mit "Pop nach acht" auf Bayern 3, gelingt es ihm, ein neues junges Format zu entwickeln, in dem er seine Musik locker verplaudert – damals ein Novum im Programm.

In einem Interview für die BR-Geschichten erzählt der Moderator, wie er 1985 die "B3-Radioshow"" am Nachmittag startete, für die er Günther Jauch gewinnen konnte: "Ich mache Dallas und erzähl, was Miss Elly für ein neues Hackbraten-Rezept hat, und Du erzählst vom FDP-Parteitag." Das Konzept überzeugte, die Übergaben von Gottschalk an Jauch wurden Kult. "Ich habe nie eine Message gehabt", blickt Gottschalk in dem Interview zurück. Nie wollte er die Menschen zu guter Musik führen, wie etwa der Jugendfunk, sondern einfach "möglichst viele Hörer möglichst glücklich machen".

"Wetten, dass ...?": Mit den Weltstars auf Du und Du

Schon 1977 beginnt seine Fernsehkarriere mit "Telespiele". Es folgen "Thommys Pop Show" und "Na sowas!" im ZDF, eine Mischung aus Talk und Musik. Für die Präsentation bekam er 1985 die Goldene Kamera. Als Nachfolger löste er schließlich Frank Elstner in der großen Samstagabend-Show "Wetten, dass …?" ab. Mit einer kurzen Unterbrechung – zwischen September 1992 und November 1993 moderierte Wolfgang Lippert die Sendung – sorgte Gottschalk mit seinen illustren Gästen und Wetten für eine Art kollektiver Lagerfeuerstimmung. Die Sendung war Thema und man musste sie gesehen haben, um mitzureden. Egal ob auf dem Pausenhof, in der Arbeit oder am Stammtisch. Spektakuläre Auftritte von Gästen wie Tina Turner, Sophia Loren, Robbie Williams, Tom Hanks oder Michael Jackson wurden diskutiert, genau wie seine gewagten Outfits. Gottschalk verbreitete das Gefühl einer großen Familienfeier, zu der auch die Zuschauer eingeladen waren.

Tragischer Unfall nimmt Leichtigkeit

Besonders in heiklen und ungeplanten Situationen zeigte der Moderator sein Können und viel Feingefühl: Als sich am 4. Dezember 2010 sein Kandidat Samuel Koch bei seiner Wette schwer verletzte, wurde die Sendung abgebrochen. Danach so Gottschalk, habe für ihn ein Schatten über der Sendung gelegen. Die Unbeschwertheit, sein Markenzeichen, war ihm verloren gegangen. Im April des folgenden Jahres moderierte er dann auch seine letzte "Wetten, dass…?"-Sendung.

Gottschalk probiert sich als Jury beim Supertalent

Nach US-amerikanischem Vorbild moderierte Gottschalk von 1992 bis 1995 auch erfolgreich eine eigene Late-Night-Show bei RTL. Doch nicht mit all seinen TV-Formaten hatte der Entertainer Erfolg, so scheiterte er unter anderem mit einer Vorabendshow im Ersten und wurde stark kritisiert, als er neben Dieter Bohlen in der "Supertalent"-Jury Platz nahm. Erfolge versprachen dagegen seine Moderationen bei großen Spendengalas oder Jahresrückblicken. Immer wieder wechselte Gottschalk von privaten TV-Sendern zu den öffentlich-rechtlichen Sendern, je nachdem, was ihm für Möglichkeiten geboten wurden. Zwischenzeitlich moderierte er beim BR die Literatursendung "Gottschalk liest?".

Mroß wird neue Lebenspartnerin

Im vergangenen Jahr wurde über Gottschalks neue Lebenspartnerin, Karina Mroß, berichtet, über die er in der "Bunte" sagt: "Karina ist wirklich meine Traumfrau." Der Moderator hat den BR, bei dem er seine Karriere einst startete, gegen den Südwestrundfunk (SWR) eingetauscht, wo auch Mroß arbeitet.

Brand in Malibu - Baden-Baden neuer Wohnort

Dass Gottschalk seine Frau Thea nach fast einem halben Jahrhundert, zwei gemeinsamen Söhnen und Enkelkindern für eine Jüngere verließ, machte Schlagzeilen im vergangenen Jahr, kurz nachdem seine Villa in Malibu abgebrannt war. "Meine erklärte Absicht war es eigentlich, als abgeklärte Fernsehlegende in Malibu die Füße hochzulegen, während sich die Nation nur schwer mit dem Gedanken abfinden kann, ihre Samstagabende ohne mich zu verbringen", schreibt er in seinem Buch "Herbstbunt". Doch: "Malibu ist abgebrannt, die Nation plant das Wochenende ohne mich, und statt in meiner kalifornischen Windmühle in die Abendsonne zu blinzeln, die glutrot im Pazifik versinkt, habe ich mir mit neuer Partnerin in Baden-Baden eine renovierte Dachwohnung gemietet."

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Moderatoren-Legende Thomas Gottschalk wird 70 Jahre alt: Fritz Egner erinnert sich an seine erste Begegnung mit dem "Wetten, dass..."-Talkmaster.

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