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Hoch oben im Lohrer Schloss sind wieder Turmfalken zuhause - und sie haben Nachwuchs. Die ersten zwei flauschigen kleinen Vögel sind schon geschlüpft. Zwei weitere Eier bewegen sich auch bereits.

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Turmfalken brüten wieder unterm Dach des Lohrer Schlosses

Hoch oben im Lohrer Schloss sind wieder Turmfalken zuhause – und sie haben Nachwuchs. Die ersten zwei flauschigen kleinen Vögel sind schon geschlüpft. Zwei weitere Eier bewegen sich auch bereits.

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Von
  • Sylvia Schubart-Arand
  • Anke Gundelach

Seit Jahrzehnten gehören die Turmfalken zum Lohrer Schloss. In einer kleinen Gaube im hinteren Turm haben sie ihren Nistplatz. Auch während das Schlossdach in den vergangenen zwei Jahren aufwendig saniert wurde, haben die Falken den Platz nicht aufgegeben. Nun sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, und wieder hat sich ein Turmfalkenpaar hoch oben im Turm niedergelassen – zur Freude von Andreas Eich, dem Techniker des im Schloss beheimateten Spessartmuseums.

Museumstechniker als heimlicher Beobachter

In den letzten Tagen ist der Museumstechniker immer wieder im Turm hoch gestiegen und hat durch ein kleines Loch in der Rückwand des Nistkastens gespäht. Er wollte nicht verpassen, wann in der Kinderstube die Brut endlich schlüpft. Wegen des nasskalten Wetters im Frühling waren die Turmfalken in diesem Jahr später dran als üblich.

Durch die nasskalte Witterung spätere Brut

Die Sanierungsarbeiten waren mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Main-Spessart detailliert abgestimmt worden. Auf die Turmfalken und ihr Brutverhalten sollte Rücksicht genommen werden, und Andreas Eich hatte für sie sogar vorsorglich einen Ersatzbau gezimmert. Ein Falke war dann im ersten Jahr der Renovierung unerwartet zwei Monate früher als sonst zurückgekommen, als an dem Turm noch gearbeitet wurde. Gleich nach Abschluss der Arbeiten bezog er seinen angestammten Platz. Den Ersatzbau ignorierte er.

"Business als usual" bei den Turmfalken

Im diesem Frühjahr war alles wie gewohnt. Es wurden sogar zunächst fünf Turmfalken gesichtet, und es gab einen besonderen Einsatz der Feuerwehr, weil ein Falke in einer Dachrinne am Schloss festhing. Jetzt hat ein Paar wieder für Nachwuchs gesorgt. Fünf Eier lagen im Nistkasten, eines davon ist jedoch mittlerweile aus unbekannten Gründen verschwunden. Die Brutzeit dauert normalerweise einen knappen Monat.

Arbeitsteilung während der Brutzeit

Während das Männchen Futter für beide Elterntiere jagt, sitzt das Weibchen auf den Eiern. Auf dem Speisezettel der beiden stehen vorwiegend Mäuse, aber auch mal ein Frosch oder eine kranke, schwache Amsel. In diesem Jahr gebe es aber viele Mäuse und kein Problem mit dem Futter, sagt Hartwig Brönner, der Kreisvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern. Seiner Auskunft nach gibt es in Lohr mehrere Turmfalkenpaare, unter anderem auch am Bayersturm.

Im Dachbereich leben auch Fledermäuse

Die Renovierungsarbeiten am Schlossdach waren mit Rücksicht auf die Turmfalken und auch Fledermäuse zeitlich getaktet worden. Im Nord-Ost-Flügel des Schlosses, das unter anderem den berühmten Schneewittchenspiegel beherbergt, ist eine Kolonie mit rund 150 Tieren des Großen Mausohrs zuhause. Deshalb konnte dieser Teil der Dachsanierung nur in der fledermausfreien Zeit von etwa Oktober bis März ausgeführt werden. Mit dem Abschluss leben dort jetzt sogar mehr Tiere als zuvor.

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