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Tuner sammelt über 12.500 Euro für arme Menschen in Nürnberg | BR24

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Bildrechte: André Neudert

Tausende Menschen in Nürnberg leben in Armut. Diesen armen Menschen will ein Mann aus der Tuningszene helfen. Mehr als 12.500 Euro Spenden hat er für einen Nürnberger Verein gesammelt.

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Tuner sammelt über 12.500 Euro für arme Menschen in Nürnberg

Tausende Menschen in Nürnberg leben in Armut. Diesen armen Menschen will ein Mann aus der Tuningszene helfen. Mehr als 12.500 Euro Spenden hat er für einen Nürnberger Verein gesammelt – unter anderem mit der Versteigerung eines Tischs aus Alufelgen.

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Von
  • Karin Goeckel

Glänzender Lack und Motorenlärm – aufgemotzte Autos sind André Neuderts große Leidenschaft. Wenn er Zeit hat, besucht er Treffen der Tuningszene in ganz Europa. Weil er dabei auch noch fotografiert, ist André bekannt wie ein bunter Hund und bestens vernetzt. Auf Facebook etwa hat er 4.500 Freunde, noch einmal 47.000 haben seine Facebook-Seite "Speedyshots" abonniert.

Vor einem Jahr hat André Neudert sein großes Netzwerk zum ersten Mal für den guten Zweck benutzt. Innerhalb von nur einer Woche sammelte er 6.150 Euro für Obdachlose in Nürnberg. Einen Teil des Geldes spendete er dem Verein "Heinzelmännchen für OHA (Obdachlose, Hilfsbedürftige, Arme Menschen)", für den Rest kaufte der 39-Jährige ein: Schlafsäcke, Isomatten, Rucksäcke und Thermoskannen. An Weihnachten verteilte er alles zusammen mit anderen "Heinzelmännchen".

Ehrgeiz geweckt: André Neudert will Spenden des Vorjahres toppen

Nach dieser ersten Spendensammlung war André Neuderts Ehrgeiz geweckt. "2020 will ich mit Hilfe von Versteigerungen mehr Spenden sammeln", nahm er sich vor. Dazu bat er wieder die Tuningszene um Hilfe – die Unterstützung war erneut überwältigend. Einer von Andrés Bekannten etwa spendete ein nagelneues Lamborghini-Lenkrad. Das soll mindestens 999 Euro bringen. Ein Freund aus Landshut bastelte am Feierabend einen drehbaren Stehtisch aus Alufelgen, einer Blechtonne, einer Bremsscheibe, einem Radlager und einer Glasplatte zusammen. Das Gebot liegt aktuell bei 760 Euro. "Aus einfachsten Mitteln, aus Resten, aus Teilen, die einfach so rumliegen, wird da was Cooles gemacht für den guten Zweck", freut sich der 39-Jährige aus Langenzenn (Lkr. Fürth). Bisher hat er mehr 12.500 Euro an Spenden gesammelt.

Verein Heinzelmännchen verteilt Essen hinterm Bahnhof

Das Geld, das André Neudert in der Tuningszene sammelt, ist beim Verein Heinzelmännchen hochwillkommen. Das ganze Jahr über unterstützen die Mitglieder Obdachlose und andere Hilfsbedürftige in Nürnberg und der Region. Immer jeden dritten Samstag im Monat verteilen sie am Karl-Bröger-Haus hinter dem Bahnhof in Nürnberg Lebensmittel, Hygiene-Artikel oder Kleidung. Alle zwei Wochen sind Heinzelmännchen auf Tour durch Nürnberg, besuchen Obdachlose und versorgen sie mit dem Nötigsten. Manchmal bekommt Rosemarie Ziegler vom Vorstand einen Hilferuf – wenn etwa bei einer Rentnerin Mitte des Monats kein Geld für Essen mehr da ist. Dann kaufen die Heinzelmännchen auch mal ein.

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Bildrechte: BR/Karin Goeckel

Ein Mitglied des Verein "Heinzelmännchen" hat Plätzchen für Obdachlose gebacken und liebevoll verpackt.

Selbstgestrickte Socken und Plätzchen für arme Menschen in Nürnberg

Viele große Firmen in der Region unterstützen den gemeinnützigen Verein mit Geld und Sachspenden. In ihrem Lager hat Rosemarie Ziegelmüller Kartons voller Konserven, Zahnbürsten, Shampoo oder verpackten Bratwürsten. Kürzlich haben die Kinder eines Mannes, der ins Seniorenheim umziehen musste, ein nagelneues E-Bike für gehbehinderte Menschen gespendet. Die Mutter eines Mitglieds strickt jedes Jahr dicke Socken und backt Plätzchen für die Obdachlosen. "Das ist einfach der Wahnsinn, wie die Leute helfen", strahlt Rosemarie Ziegelmüller. Wegen Corona gibt es aber auch einen Wermutstropfen: Die geplante Weihnachtsfeier mit Bescherung für Hilfsbedürftige muss ausfallen.

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Bildrechte: BR/Karin Goeckel

Rosemarie Ziegelmüller im Lager des Vereins "Heinzelmännchen".

Obdachlose halten Heinzelmännchen für Engel

An Heiligabend wird André Neudert die Heinzelmännchen auf ihrer Tour begleiten. Ihm ist es wichtig zu sehen, dass das gespendete Geld auch wirklich ankommt. Das hat er schon 2019 getan. Ein eindrückliches Erlebnis, erzählt André. Manche Obdachlose hätten ihn und seine Begleiter gefragt, ob sie Engel seien, "und das nur, weil wir ihnen einen Teller Gulaschsuppe geben". Immer, wenn er sich über etwas ärgert, denkt er daran, mit wie wenig er obdachlose Menschen glücklich machen kann und wie viel Glück er selbst im Leben hat. "Das erdet ungemein".

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