Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Tschechischer Sanka fährt jetzt auch in die Oberpfalz | BR24

© pa/dpa

Tschechische Krankenwagen werden künftig häufiger in der Oberpfalz zu sehen sein: Der Grenzverkehr der Rettungsdienste wird vereinfacht.

Per Mail sharen
Teilen

    Tschechischer Sanka fährt jetzt auch in die Oberpfalz

    Grenzüberschreitende Transporte von Patienten zwischen der Oberpfalz und dem tschechischen Bezirk Pilsen werden endlich erleichtert. Nach monatelangen Verhandlungen wurde jetzt eine Lösung gefunden - Basis ist ein neues Kommunikationssystem.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Grenzüberschreitende Transporte von Patienten zwischen der Oberpfalz und dem tschechischen Bezirk Pilsen werden ab sofort einfacher. Künftig ist der Transport von Patienten beider Nationalitäten zum nächstgelegenen Krankenhaus möglich – natürlich unter Beachtung des Gesundheitszustands, aber unabhängig davon, auf welchem Staatsgebiet sich ein Patient befindet. Auch das Umladen von Patienten an der Grenze soll der Vergangenheit angehören, wie die oberpfälzer Bezirksregierung mitteilt. Der Einigung waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen.

    Neues Kommunikationssystem wird getestet

    Basis für die Neuregelung ist der Einsatz eines neuen Kommunikationssystems, mit dem die Rettungsleitstellen in der Oberpfalz und im Bezirk Pilsen in ihrer jeweiligen Landessprache miteinander kommunizieren und so ihre Einsätze grenzüberschreitend koordinieren können. Dadurch ist auch die Zuweisung eines tschechischen Rettungsfahrzeugs an ein bayerisches Krankenhaus über die Rettungsleitstellen möglich.

    Die Software mit dem Namen "Babylon 2" läuft demnach seit 1. November 2018 bereits in der Integrierten Leitstelle Weiden und seit 1. Februar dieses Jahres in der Integrierten Leitstelle Regensburg im Testbetrieb. Der Pilsener Regionspräsident Josef Bernard zeigte sich zufrieden:

    "Wir haben eine praxisnahe Lösung für die Menschen gefunden, die unseren Rettungsfahrzeugen die Einfahrt nach Bayern ermöglicht." Josef Bernard, Regionspräsident Pilsen

    Auch der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident und Chamer Landrat Franz Löffler begrüßte die neue Entwicklung:

    "Menschen in Notfallsituationen unterliegen oft einer enormen psychischen Stresssituation. Umso wichtiger ist es, dass im Ernstfall auch die Möglichkeit zum Transport in ein Heimatkrankenhaus besteht. Für die Bevölkerung im Grenzraum haben wir mit dieser pragmatischen Lösung eine deutliche Verbesserung erreicht und können das Sicherheitsgefühl erheblich steigern." Franz Löffler, Oberpfälzer Bezirkstagspräsident

    Löffler betonte aber auch, dass kein genereller Anspruch auf einen Transport in ein bayerisches Krankenhaus besteht: Es wird immer das Krankenhaus angefahren, das schnellstmöglich die beste Versorgung für den Patienten gewährleiste.