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Tschechische Grenzpendler: Verbände richten Brandbrief an Söder | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Nicolas Armer

In Tschechien herrscht bei den Pendlern eine unklare Lage: Müssen sie trotz negativem Coronatest dennoch zunächst in Quarantäne?

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Tschechische Grenzpendler: Verbände richten Brandbrief an Söder

Verbände aus grenznahen Regionen zu Tschechien haben einen Brandbrief an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geschrieben. Darin sprechen sich die Organisationen aus Bayreuth, Regensburg und Passau gegen eine faktische Grenzschließung aus.

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Von
  • Ulla Küffner
  • Renate Roßberger

Die bayerischen Industrie-und Handelskammern (IHK) aus Bayreuth, Regensburg, Passau und die Handwerkskammern aus Oberfranken und Niederbayern-Oberpfalz haben einen Brandbrief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) geschrieben. Darin fordern sie eine praxistaugliche Regelung im Zuge der Corona-Pandemie für die Grenzpendler zwischen Tschechien und Bayern.

Verbände unterstützen Grenzkontrollen nach Tschechien

Die Einstufung Tschechiens als Virusmutationsgebiet sei aus Sicht der regionalen Wirtschaft zwar folgerichtig und unterstreiche die Risiko-Beurteilung gegenüber dem Infektionsgeschehen bei den tschechischen Nachbarn, heißt es in der Mitteilung der Kammern. Weiter heißt es auch, dass die Kammern die geplanten stationären Grenzkontrollen, die Ausweitung des Testangebots auf bayerischer und tschechischer Seite sowie eine sichere Umsetzung der Einreiseverordnungen unterstützen.

IHK plädiert aber gegen Grenzschließung

Doch gleichzeitig appelliere man "von einer faktischen Grenzschließung in Form einer Quarantänepflicht von fünf Tagen nach Einreise mit negativem Corona-Test abzusehen", so der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim, Jürgen Helmes. "Eine solche Regelung könne weder von den Betrieben noch von den bayernweit insgesamt 23.000 tschechischen Pendlern umgesetzt werden", heißt es. Solch drastische Auflagen könnten bei einzelnen Unternehmen sogar zu einem Produktionsstopp führen.

Fehlen von Fachkräften könnte Lebensmitteltransport unterbrechen

Als Folge würden dringend benötigte Fachkräfte in Industrie, Handwerk, Logistik und ÖPNV fehlen, die Kammern befürchten sogar Probleme bei den Lieferketten für die Lebensmittelversorgung. "Die Wirtschaft in den Grenzregionen hat seit Beginn der Corona-Pandemie alle nötigen Maßnahmen zum Infektionsschutz konstruktiv begleitet", betont Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken in Bayreuth.

Unternehmen stellen Hygienekonzepte auf

"Durch vorbildliche Infektionsschutzkonzepte haben die Unternehmen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Mitarbeiter und der Bevölkerung geleistet." Die Wirtschaft lobt die aktuelle Teststrategie, bei der die Berufspendler in einem 48-Stunden-Turnus auf das Coronavirus getestet werden. Die Wirtschaftsvertreter, so schreiben die Kammer weiter, seien überzeugt, dass der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt an der bayerisch-tschechischen Grenze auch mit vorübergehenden Grenzkontrollen weiter bestehen könne.

Ab Sonntag soll es an der Grenze zu Tschechien stationäre Kontrollen geben. Hintergrund sind die hohen Inzidenzen im Nachbarland und die dort zunehmenden Virusmutationen.

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Verunsicherung in den Grenzregionen: Wie werden sich die Kontrollen gestalten, wird es komplette Einreiseverbote geben, was gilt für Berufspendler? Live dazu von der bayerisch-tschechischen Grenze Christian Riedl

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