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Tschechische Grenzkontrollen: IHK befürchtet Produktionsausfälle | BR24

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Die verschärften Grenzkontrollen drohen sich auch langfristig auf die Wirtschaft auszuwirken.

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    Tschechische Grenzkontrollen: IHK befürchtet Produktionsausfälle

    Kurz nach Inkrafttreten der Grenzkontrollen zu Tschechien zeichnen sich bereits langfristige Folgen für die Wirtschaft ab. Die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken geht von Produktionsausfällen aus. Die Firmen müssen indes improvisieren.

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    Von
    • Markus Feulner
    • BR24 Redaktion

    Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit haben im vergangenen Jahr in Bayern aufgrund der Corona-Pandemie stark zugenommen, das zeigten zuletzt auch die Arbeitsmarktzahlen. Die verschärften Grenzkontrollen zwischen Tschechien und Bayern dürften die Lage wohl kaum entschärfen. Auch die oberfränkische Wirtschaft befürchtet Probleme.

    IHK Oberfranken geht von Produktionsausfällen aus

    Nach Auskunft der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken seien Produktionsausfälle nicht auszuschließen, ebenso könne es zu einer Unterbrechung der Lieferketten kommen. Momentan seien aber die konkreten Auswirkungen noch nicht abzusehen, so ein Sprecher der IHK in Bayreuth. Seit zwei Tagen würden die Firmen bei den Landratsämtern und den Stadtverwaltungen Anträge stellen, um die geforderte Systemrelevanz ihrer tschechischen Mitarbeitenden nachzuweisen. Denn ab Mittwoch (17.02.21, 0 Uhr) müssen Pendler aus Tschechien eine offizielle Bestätigung der Verwaltung von ihrem Arbeitsort vorweisen, dass sie zu den systemrelevanten Berufen gehören.

    Grenzpendler müssen Systemrelevanz nachweisen

    Diese Systemrelevanz erstreckt sich - nach einer Mitteilung der EU Kommission - über die Bereiche Gesundheitswesen, Betreuung und Arzneimittelherstellung, die Lebensmittelerzeugung und die Kommunikationstechnik bis hin zur Daseinsvorsorge – also Wasser- und Elektrizitätswerke. Über 3.600 Einpendler aus Tschechien nach Oberfranken gebe es, allein 1.500 davon im Landkreis Wunsiedel. Im dortigen Landratsamt gingen am Montagvormittag 200 Anträge auf Nachweis der Systemrelevanz ein.

    Unternehmen lassen Überstunden abbauen

    Im östlichen Oberfranken wurden mehr als 100 Ferienwohnungen und Hotelzimmer von Betrieben angemietet, um die tschechischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft unterzubringen. In den Nicht- Systemrelevanten Firmen müssen die tschechischen Mitarbeitenden zu Hause bleiben und Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen – im Notfall auch unbezahlt. Abhängig von der Anzahl der Pendler müsse in diesen Firmen die einheimische Belegschaft versuchen, die Mehrarbeit aufzufangen, so ein Sprecher der IHK Bayreuth.

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