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Wird ganz Tschechien Corona-Risikogebiet? Folgen für Ostbayern | BR24

© BR/Renate Roßberger

Wegen steigender Corona-Zahlen wird ganz Tschechien voraussichtlich am Mittwoch als Risikogebiet eingestuft. 18.000 Berufspendler kommen täglich nach Niederbayern und in die Oberpfalz zur Arbeit.

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Wird ganz Tschechien Corona-Risikogebiet? Folgen für Ostbayern

Wegen steigender Corona-Zahlen wird ganz Tschechien voraussichtlich am Mittwoch als Risikogebiet eingestuft. 18.000 Berufspendler kommen täglich nach Niederbayern und in die Oberpfalz zur Arbeit. Die IHK erwartet dennoch keine Probleme.

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Ab Mittwoch soll möglicherweise ganz Tschechien als Risikogebiet gelten. Nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums ist die Zahl der Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um knapp 1.500 auf insgesamt rund 50.800 gestiegen. Das ist eine Verdoppelung seit Ende August. In der Stadt Pilsen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Infektionen pro 100.000 Einwohnern am Dienstag bei einem sehr hohen Wert von 156.

Außenminister Tomas Petricek sagte der Nachrichtenagentur CTK, er gehe davon aus, dass die Bundesrepublik in Kürze ganz Tschechien zum Risikogebiet erklären werde. Man verhandle bereits mit Berlin über Ausnahmen von der Quarantänepflicht für grenzüberschreitende Pendler. Allein nach Niederbayern und in die Oberpfalz fahren nach BR-Informationen jeden Tag 18.000 Menschen aus dem Nachbarland zur Arbeit.

IHK erwartet keine Probleme für Berufspendler

Die IHK-Geschäftsstelle in Cham erwartet vorerst keine Probleme für hiesige Betriebe, die Mitarbeiter aus dem Nachbarland beschäftigen. Es sei denn, die Grenzen würden geschlossen. Die Bundesregierung will diesen Schritt aber laut Kanzleramt vermeiden. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) setzt auf Hygienekonzepte bei den Arbeitgebern. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagte Braun im ZDF-Morgenmagazin.

Zusätzliche Testungen für Pendler

Auch Richard Brunner von der IHK-Geschäftsstelle Cham erklärt, die Firmen müssten sich dem aktuellen Infektionsgeschehen anpassen. Eine Möglichkeit sei, die Pendler aus Tschechien noch öfter zu testen. Als Reaktion auf die steigenden Zahlen gibt es bereits eine mobile Teststation in Cham, an der auch Unternehmen ihre tschechischen Mitarbeiter bei Bedarf testen lassen können. Die Firmen sind laut IHK vorbereitet. Durch Hygienekonzepte lasse sich das Infektionsgeschehen genau regulieren und nachvollziehen, so Brunner.

Grenzschließung unwahrscheinlich

Außerdem seien sich alle Beteiligten einig, dass geschlossene Grenzen kein Weg sind, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, denn "Grenzen stoppen einen Virus auch nicht", so Brunner. Handel und Arbeitsmarkt sollen laut Brunner weiterhin so kontrolliert und so offen wie möglich stattfinden. Ein Lockdown in Tschechien, so die IHK, wäre ein großer Rückschlag mit wirtschaftlichen Konsequenzen.

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