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Tschechien kontrolliert Grenze - Deutsche bleiben draußen | BR24

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Gegen die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus ergreift auch die Regierung in Prag drastische Maßnahmen. Für zunächst 30 Tage macht sie Grenzen für die meisten Reisenden dicht.

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Tschechien kontrolliert Grenze - Deutsche bleiben draußen

Um 0 Uhr war es soweit: Tschechien hat seine Grenzen geschlossen. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Ausländern aus Risikoländern ist die Einreise untersagt - also auch Deutschen. Ausnahmen gibt es nur für Pendler.

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Tschechien hat in der Nacht zum Samstag die festen Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich wiedereingeführt. Grund ist die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus.

Menschen aus Risikostaaten dürfen nicht mehr einreisen

Deutsche, Österreicher, Schweizer und Bürger weiterer zwölf Risikostaaten dürfen nicht mehr in den EU-Mitgliedstaat einreisen und werden abgewiesen. Tschechen dürfen nicht nach Deutschland und Österreich ausreisen. Ausnahmen gelten nur für Deutsche mit Wohnsitz in Tschechien sowie Berufspendler in einem Streifen bis 100 Kilometer beiderseits der Grenze.

Offen bleiben sollen für die wenigen, die hin und her dürfen, nur die fünf Grenzübergänge Waidhaus, Schirnding, Furth im Wald, Bayerisch Eisenstein und Philippsreut. Außerdem soll der kleine Übergang Eschlkam-Vseruby täglich von 5 Uhr bis 23 Uhr für Pendler geöffnet werden. Das sagte am Freitag Markus Meinke von der Stabsstelle Region Donau-Moldau beim Bezirk Oberpfalz auf einer Pressekonferenz zum Thema Coronavirus, zu der Chams Landrat Franz Löffler in Landratsamt geladen hatte.

Löffler sagte, es sei für die Wirtschaft extrem wichtig, dass die tschechischen Pendler einreisen dürften. Allein im Landkreis Cham arbeiten knapp 4.500 Tschechen - in allen Branchen. In der gesamten Oberpfalz sind es 11.000 bis 12.000.

Ab Montag soll der Einreisestopp auf alle Ausländer ausgeweitet werden.

Oberpfalzbahn stellt Zugverkehr nach Tschechien ein

Die tschechische Staatsbahn Ceske Drahy stellte den internationalen Reiseverkehr um Mitternacht komplett ein. Auch der private Betreiber Regiojet beendete vorübergehend den Bus- und Bahnverkehr von und nach Tschechien.

Nachdem Tschechien den Grenzverkehr wegen des Coronavirus stoppt, stellt die Oberpfalzbahn den grenzüberschreitenden Zugverkehr nach Tschechien ab Samstag ein. Die beiden betreffenden Verbindungen der Oberpfalzbahn enden jeweils auf deutscher Seite, heißt es in einer Mitteilung der Länderbahn. Betroffen ist zum einen die Verbindung aus Marktredwitz, die in nun Schirnding endet. Die Züge aus Schwandorf enden demnach in Furth im Wald. Die Länderbahn, die die Oberpfalzbahn betreibt, steht laut eigenen Angaben in ständiger Verbindung mit den Aufgabenträgern und anderen Bahnunternehmen. Die Einschränkungen können demnach auch zu weiteren Änderungen führen. Die DB Regio stellt ebenfalls ab Samstag den Zugverkehr nach Tschechien ein.

Die Fluglinien Czech Airlines und Smartwings werden die Hauptstadt Prag ab Anfang der Woche nicht mehr anfliegen.

Ausnahmezustand dauert 30 Tage

Regierungschef Andrej Babis von der populistischen Partei ANO hatte am Donnerstag für zunächst 30 Tage den Ausnahmezustand ausgerufen. In Tschechien gibt es derzeit 141 bestätigte Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

"Die neue Grenzsituation verunsichert die Menschen in der Region. Sie akzeptieren zwar die momentane Lage, hoffen aber, dass der Einreisestopp nach 30 Tagen wieder aufgehoben wird", sagte Josef Pongratz von der Bundespolizei dem Bayerischen Rundfunk.

© BR/Rudolf Heinz

In einem Zelt werden Personen auf das neuartige Coronavirus kontrolliert.

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Um 0 Uhr war es soweit: Tschechien hat seine Grenzen geschlossen. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Ausländern aus Risikoländern ist die Einreise untersagt - also auch Deutschen. Ausnahmen gibt es nur für Pendler.

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