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Trump will US-Soldaten reduzieren: Reaktionen aus der Oberpfalz | BR24

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US-Präsident Trump will rund 9.500 Soldaten aus Deutschland abziehen - aus politischen Gründen. Doch in der Oberpfalz bleiben die Politiker zunächst gelassen.

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Trump will US-Soldaten reduzieren: Reaktionen aus der Oberpfalz

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten reduzieren will. In der Oberpfalz bleibt man dennoch zuversichtlich. Grafenwöhrs Bürgermeister rechnet nicht mit einem Abzug. Im Gegenteil.

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In der Nacht kam die Bestätigung von US-Präsident Donald Trump: Er wolle die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten reduzieren. In der Oberpfalz ist man dennoch weiterhin zuversichtlich. Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch glaubt nicht daran, dass es Reduzierungen in Grafenwöhr geben wird, wie er dem BR sagte. Auf dem Truppenübungsplatz sind rund 13.000 Soldaten stationiert.

"Wir empfangen andere Signale in den letzten Jahren, was den Übungsplatz angeht. Da geht es eher in Richtung Aufbau und Modernisierung und auch Aufbau von Personal", Edgar Knobloch, Bürgermeister von Grafenwöhr.

2018 wurde in Grafenwöhr eine Brigade neu aufgestellt, die in der Armee lange deaktiviert war. Damit verbunden ist die Stationierung von 1.500 zusätzlichen Soldaten, die im Herbst abgeschlossen sein soll.

Milliarden für Modernisierung und Ausbau des Übungsplatzes

Zudem seien laut Knobloch in den vergangenen Jahren Milliarden Euro in Modernisierung und Ausbau des Übungsplatzes geflossen. Auch wenn man die Übungen im Rahmen der NATO ansehe, die man nur hier machen könne, geht Knobloch davon aus, dass die Bedeutung Grafenwöhrs eher zugenommen habe.

Die Generäle und Militärs vor Ort betonten die steigende Bedeutung des Übungsplatzes. An der Basis funktioniere die Zusammenarbeit und vor allem das Zusammenleben zwischen Deutschen und Amerikanern nach wie vor sehr gut und vertrauensvoll, bestätigt der Bürgermeister. Zur politischen Großwetterlage zwischen Deutschland und den USA will er sich nicht äußern.

Trump hatte die Reduzierung der Truppen in Deutschland mit seiner Forderung begründet, Deutschland müsse endlich mehr Geld für Verteidigung innerhalb der NATO ausgeben.

Mehr als 3.000 Oberpfälzer bei der US-Army beschäftigt

Auch die beiden Landräte der angrenzenden Landkreise Neustadt/Waldnaab und Amberg-Sulzbach gehen nicht von einem Abzug aus. Amberg-Sulzbachs Landrat Richard Reisinger (CSU) würde eine Reduzierung der Anzahl an Soldaten bedauern. Es wäre ein wirtschaftlich nicht unerheblicher Einschnitt, so Reisinger. "Meine Hoffnung ist, dass der amerikanische Präsident noch einmal einlenkt und mit der Bundesregierung bezüglich seiner Bündnisforderungen eine Einigung erzielt", erklärt Reisinger.

Landrat Andreas Meier (CSU) aus Neustadt/Waldnaab beobachte die Situation derzeit genau, teilte er dem BR mit. Er hege auch Sorge aufgrund der vielen Arbeitsplätze für Deutsche auf dem Übungsplatz. Derzeit arbeiten 3.300 Oberpfälzer als zivile Angestellte bei der US-Armee. Meier geht aber ebenso davon aus, dass der Standort Grafenwöhr auch weiterhin eine wichtige und tragende Rolle für die US-Armee spielen wird.

Rund 13.000 Soldaten sind derzeit in der Oberpfalz stationiert. Zur US-Garnison Bavaria gehören die Standorte Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch. Zusammen mit den Familien der Soldaten sind es 40.000 Amerikaner, die in der Oberpfalz leben.

© BR/Ringer

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten reduzieren will. In der Oberpfalz bleibt man dennoch zuversichtlich.

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