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Vor dem EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn erhitzt das Nein der UEFA zum Stadion in Regenbogenfarben weiterhin die Gemüter.

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Trotz UEFA-Verbot: Wie regenbogenfarben wird München?

Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft endet heute die EM-Gruppenphase mit der Partie gegen Ungarn. Doch das Spiel wird überschattet: vom Nein der UEFA zu Regenbogenfarben - und Fans, die sich nicht an die Corona-Regeln halten.

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Von
  • Stefanie Wagner
  • BR24 Redaktion

Die Arena in München wird heute wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten - und nicht in Regenbogenfarben. Den Plänen der Stadt München erteilte die UEFA gestern eine klare Absage.

Vor dem EM-Spiel sind Aktionen der Gay-Community geplant

Als Protestaktion will die Gay-Community vor dem EM-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Ungarn Regenbogenfahnen an die Fans verteilen. Unter dem Motto "Don't kick LGBTIQ*-rights", haben sich die Organisatoren von CSD Deutschland e.V., dem Dachverband der deutschen Christopher Street Days, und dem CSD München vorgenommen, trotzdem für eine "bunte, regenbogenfarbene Kulisse" in München zu sorgen – "vor dem Stadion und im Stadion", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

"Spielen alle Fans mit, können wir auf 11.000 Regenbogenfahnen und eine regenbogenfarbene Kapitänsbinde beim Spiel gegen Ungarn hoffen, die ein deutliches Zeichen gegen Homo- und Trans*-Feindlichkeit im Sport und für die Achtung von Menschenrechten in Europa setzen", so die Organisatoren. Zudem sollen 4.500 Aufkleber mit "#dontkickLGBTIQrights"-Aufdruck verteilt werden.

München leuchtet trotzdem in Regenbogenfarben

Zuvor hatten bereits Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Entscheidung der Europäischen Fußball-Union, das Münchner EM-Stadion nicht in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen, scharf kritisiert.

Reiter kündigte an, stattdessen werde am Spieltag nun das Münchner Rathaus mit Regenbogenflaggen geschmückt und der Olympiaturm sowie das Windrad in unmittelbarer Nähe der Arena in Regenbogenfarben beleuchtet.

Video: Oberbürgermeister Dieter Reiter zur UEFA-Entscheidung

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Bildrechte: Stadt München

Münchens Oberbürgermeister Reiter hat die Entscheidung der UEFA, dass das Stadion nicht in Regenbogenfarben erstrahlen darf, scharf kritisiert.

Polizei rechnet mit "problematischeren" Fans aus Ungarn

Hintergrund des Protests ist ein in Ungarn verabschiedetes Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Eigentlich will München deshalb ein Zeichen für Toleranz und Gleichstellung gegen die Politik des ungarischen Ministerpräsidenten Orban setzen.

Die Münchner Polizei rechnet mit Protesten, die sich gegen die LGBTiQ*-Community richtet. Dabei hätten die Beamten ein besonderes Augenmerk auf rund 200 Anhänger der ungarischen Fußballnationalmannschaft aus "problematischeren Fanvereinigungen", sagte Polizeisprecher Andreas Franken.

Insgesamt sei von rund 2.000 ungarischen Fans auszugehen. Mehrere szenekundige Polizisten aus Ungarn unterstützten die bayerischen Beamten in dem Einsatz. Franken stellte klar, dass gegen "rassistische und homophobe Inhalte" in oder außerhalb des Stadions konsequent eingeschritten werde.

1.500 zusätzliche Beamte der Münchner Polizei im EM-Einsatz

Die Polizei wird das EM-Spiel wieder mit 1.500 zusätzlichen Kräften begleiten. Das erklärte ein Präsidiumssprecher auf Nachfrage des BR. Bereits bei der ersten Begegnung in der Münchner Arena am 15. Juni zwischen der deutschen und der französischen Mannschaft waren 500 zusätzliche Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Nach der missglückten Greenpeace-Protestflugaktion hatte die Polizei ihre Kräfte für die zweite Partie gegen Portugal noch einmal um 1.000 aufgestockt. Mit demselben Personalaufwand will die Polizei auch das dritte Spiel am Austragungsort München begleiten. Geänderte Einsatzpläne gibt es nach Auskunft der Polizei nicht.

Die Vorfreude auf das Public Viewing im Biergarten beim letzten Vorrunden-Spiel der deutschen Mannschaft könnte die Wettervorhersage etwas trüben: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in der kommenden Nacht vor gebietsweise kräftigem Regen und Gewittern.

Appell an die Fans: Corona-Regeln einhalten

Auch die Missachtung von Abstandsregeln und Maskenpflicht zahlreicher Fans bei den bisherigen Spielen steht nach wie vor in der Kritik. Eine Verschärfung der Regeln soll es laut Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) aber nicht geben. Zum Public Viewing sagte Holetschek, dass Feiern und gemütlich Beisammensein unter gewissen Spielregeln wieder erlaubt sei. Fußball schauen im Biergarten sei möglich – aber mit Abstand.

Damit in der Münchner Arena beim nächsten Spiel der Nationalmannschaft mehr Fans die Maskenpflicht einhalten, habe das Ministerium zudem Kontakt zum Deutschen Fußballbund (DFB) aufgenommen. Man appelliere an die Fans, konsequent Maske zu tragen.

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