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Pressekonferenz der Bayerischen Staatsregierung zum Thema Klimaschutzoffensive  im Jahr 2019

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Energieminister Hubert Aiwanger (FW) bezeichnen Bayern gern als "Sonnenland".

Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | FrankHoermann/SVEN SIMON
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    Trotz Söder-Ankündigung: Kaum Photovoltaik auf Staatsdächern

    Die Staatsregierung bezeichnet Bayern gern als "Sonnenland". Auf den Dächern seiner eigenen Immobilien hat der Freistaat jedoch nur wenige Photovoltaikanlagen installiert. Alles andere als vorbildlich, kritisieren die Grünen.

    Von
    Lorenz StorchLorenz Storch
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    Dem Freistaat Bayern gehören insgesamt fast 11.000 Gebäude. Und alle haben Dächer. Eigentlich also ein sehr großes Potenzial für die Nutzung der Sonnenenergie. Doch die wird auf staatlichen Immobilien kaum genutzt, hat eine Anfrage der Grünen im Bayerischen Landtag ergeben. Mehr als 96 Prozent der staatlichen Gebäude haben keine Solarpaneele auf dem Dach, so die Antwort des Bauministeriums. Von Photovoltaik-Anlagen über Parkplätzen an Staatsgebäuden sei bisher gar nichts bekannt.

    Auch auf Neubauten installiert der Freistaat kaum Photovoltaik

    Auch wenn der Freistaat Neubauten errichtet, verzichtet er in über 85 Prozent der Fälle auf Solarzellen. Das zeigen die Angaben des Bauministeriums für die Zeit seit dem Jahr 2000. "Das ist wirklich ganz schlecht", findet der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig: "Bei der leichtesten Aufgabe, Solaranlagen auf die eigenen Dächer zu schrauben, versagt die Staatsregierung auf ganzer Linie." Das gelte umso mehr jetzt, wo angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine noch mehr Eile herrsche beim Loskommen von fossiler Energie.

    Wo es Solaranlagen gibt, sind sie meist klein

    "Der Staat baut auf seinen Dächern kaum Photovoltaikanlagen. Und wenn er was macht, dann sind sie auch noch winzig klein", kritisiert Stümpfig. Denn im Durchschnitt verfügen die staatlichen Solaranlagen über eine Leistung von 15 Kilowatt Peak – so viel passt auch auf ein Einfamilienhaus.

    Der Etat für Photovoltaik bleibt gering

    Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte bereits vergangenes Jahr zugegeben, dass bei der Nutzung von Sonnenenergie auf staatlichen Dächern Nachholbedarf besteht. Auf BR-Nachfrage sagte er damals: "Wir müssen noch nachlegen." Aiwanger forderte, den Etat für Photovoltaik auf staatseigenen Dächern zu verzehnfachen. Damit hatte er jedoch bisher keinen Erfolg. Im Haushalt 2022 stehen dafür wie 2021 unverändert fünf Millionen Euro. Darüber hinaus könnten PV-Anlagen auch ohne eigenen Haushaltsansatz im Etat größerer Baumaßnahmen mit eingeplant werden, so das Bauministerium auf BR-Anfrage.

    Wie viel schneller kann es gehen?

    Eine Sprecherin von Aiwangers Wirtschaftsministerium schreibt, es werde jetzt "im Rahmen eines ressortübergreifenden Projekts der beschleunigte Zubau von PV-Anlagen auf staatlichen Dächern vorangetrieben".

    Angesichts der Energiekrise durch den Ukraine-Krieg fordern die Grünen, dass der Freistaat seine Aktivitäten sehr beschleunigt: 1.000 neue Photovoltaikanlagen auf staatlichen Dächern jedes Jahr müssten es nach Ansicht des Abgeordneten Stümpfig sein, dann wären innerhalb eines Jahrzehnts alle staatlichen Dächer bestückt. Das käme einer Solar-Revolution gleich. Bisher geht das bayerische Bauministerium davon aus, dass dieses Jahr 43 PV-Anlagen installiert werden. Insgesamt hat der Freistaat nur 400 solche Anlagen auf seinen Dächern installiert. Und das in mehr als 20 Jahren.

    Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in seiner Regierungserklärung im Juli 2021 angekündigt, die Zahl der Photovoltaikanlagen auf staatlichen Dächern zu vervierfachen. Einen Zeitraum dafür hatte er jedoch nicht genannt.

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