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Trotz Regen: Hitze führt zu Tiefstständen im Grundwasser | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Jonas Güttler

Auswirkung von Hitze auf den Wald

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    Trotz Regen: Hitze führt zu Tiefstständen im Grundwasser

    Trotz des Regens führen Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen zu Tiefstständen im westmittelfränkischen Grundwasser. Dies sei auch auf den Klimawandel zurückzuführen. Bäume könnten aber Abhilfe schaffen.

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    Von
    • Laura Grun
    • Jonas Miller

    Aufgrund der Hitze in den vergangenen Tagen befindet sich das Grundwasser in Westmittelfranken auf einem Tiefstand. Das teilte der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach, Thomas Keller, dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage mit. Betroffen seien zum einen vor allem das oberirdische Grundwasser und zum anderen Fließgewässer, die durch Quellen gespeist werden.

    Pegelstand kann sich nur schwer erholen

    Schon die vergangenen drei Jahre seien sehr trocken gewesen und die Pegelstände könnten sich nur schwer erholen, so Keller. In der Regel sei es zwar völlig natürlich, dass das Grundwasser zum Herbst hin abnehme, normalerweise würden die Reservoirs durch Regenfälle und im Winter durch Schnee jedoch wieder ausgeglichen.

    Klimawandel sei spürbar

    Dies bliebe allerdings größtenteils aus und das Defizit könne nicht ausgeglichen werden. "Der Klimawandel ist also schon jetzt spürbar", mahnt Keller. Das habe unweigerlich auch Auswirkungen auf die Fließgewässer in der Region. Die Flüsse führen weniger Wasser, was wiederum Stress für die Tierwelt bedeute. Ihr Lebensraum werde dadurch immer kleiner. Noch schlimmer werde es, sobald die Temperaturen, in den ohnehin schon niedrigen Gewässern weiter ansteigen, erklärt Keller.

    Bäume könnten Abhilfe schaffen

    Das führe dazu, dass die Tiere inaktiv werden und die Fortpflanzung abnehme. Als Gegenmaßnahme könnten unter anderem Bäume helfen. Untersuchungen hätten ergeben, dass Flüsse, die durch Bäume beschattet werden, rund neun Grad Celsius kühler seien, als nicht-beschattete Gewässer. So sei es laut Keller sinnvoll, Uferstreifen an Gewässer anzubringen und eine große Strukturvielfalt für Lebensräume zu erschaffen.

    Regen ändert nichts an Trockenheit

    Seit 1881 gab es in Bayern nur fünf Frühjahre, die trockener waren als 2020. In den vergangenen Monaten gab es teils sehr viel Regen. Das hat aber die Trockenheit nicht ausgeglichen, es bräuchte ein ganzes kühles Regenjahr, um die Wasserspeicher aufzufüllen. Franken ist besonders von der Trockenheit betroffen. Das ergab eine BR24-Datenanalyse.

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