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Trotz Protest: "Anker"-Außenstelle kommt nach Mering | BR24

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"Anker"-Außenstelle kommt nach Mering

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Trotz Protest: "Anker"-Außenstelle kommt nach Mering

In der Kleinstadt Mering sorgten die Pläne für eine Außenstelle des Ankerzentrums in Donauwörth für Proteste. Nun ist die Außenstelle beschlossene Sache und rund 150 Flüchtlinge sollen dort untergebracht werden.

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In Mering wird eine weitere Außenstelle des Ankerzentrums in Donauwörth eröffnet, trotz Widerstands in der Gemeinde. Den Beschluss verkündete Josef Gediga, Vizepräsident der Regierung von Schwaben am späten Donnerstagabend. Die Entscheidung sei gefallen, auch weil das Anker-Zentrum in Donauwörth mit derzeit rund 800 Bewohnern überlastet sei. Der Grund dafür: sogenannte Dublin-Fälle müssen nach einer Gesetzesänderung 2018 länger in der Unterkunft bleiben.

Zeitpunkt der Eröffnung noch unklar - Laufzeit bis 2025

In der Außenstelle sei Platz für 176 Menschen. Untergebracht würden letztlich rund 150. Der Zeitpunkt der Eröffnung sei aber noch unklar. Die Regierung rechnet mit einer mehrmonatigen Vorlaufzeit. Mering sei bei der Suche nach Außenstellen bereits öfters zurückgestellt worden, so Gediga. Nun gebe es jedoch keine Alternative mehr. Der Mietvertrag in der künftigen Außenstelle laufe bis 2025.

Sie werde von einem Sicherheitsdienst kontrolliert, es werde Einlasskontrollen geben. Zudem würde die Außenstelle voll umzäunt. „Mit Nato-Draht?“, fragte Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler (SPD). „Nein“, hieß es von der Regierung.

Möglichst keine Problemfälle in Mering

Die Außenstelle sei kein Gefängnis. Problematische Asyl-Bewerber würden aber soweit möglich nicht in die Außenstelle verlegt, erklärte Frank Kurtenbach, der Leiter des Ankerzentrums in Donauwörth. Auch sei es möglich, Flüchtlinge bei Problemen auch wieder von der Außenstelle ins Zentrum nach Donauwörth zurückzuverlegen.

Ärztliche Versorgung in der Region angespannt

Merings Bürgermeister Kandler beklagte, durch die Außenstelle würde die ohnehin angespannte ärztliche Versorgung in der Region gänzlich überfordert. Daraufhin erklärte die Regierung von Schwaben, es würden Honorar-Verträgen mit interessierten Ärzten geschlossen, die dann zur Versorgung der Flüchtlinge Sprechstunden in der Außenstelle anbieten würden.

Allein reisende Frauen kommen nicht unter

Was die Schulversorgung anbetrifft, würden nur Alleinstehende, kinderlose Paare oder Familien mit Kindern ohne Anspruch auf einen Schul- oder Kindergartenplatz in der Außenstelle untergebracht. Allein reisende Frauen kämen nicht in die Außenstelle. Man habe gute Erfahrungen damit gemacht, allein reisende Männer mit Familien zu mischen, so Kurtenbach.