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Trotz Minustemperaturen – Kein fränkischer Eiswein | BR24

© BR/Conny Kleinschroth

Die Winzer haben die Hoffnung aufgegeben. Auf fränkischen Eiswein werden sie in diesem Jahr verzichten. Der Ertrag war heuer zu gering und das Risiko zu hoch.

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Trotz Minustemperaturen – Kein fränkischer Eiswein

Die Winzer haben die Hoffnung aufgegeben. Auf fränkischen Eiswein werden sie in diesem Jahr verzichten. Der Ertrag war heuer zu gering und das Risiko zu hoch.

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Zwar sind in der Nacht auf Sonntag (29.12.) die Temperaturen in Unterfranken auf stellenweise auf minus fünf bis minus 7 Grad gefallen, so wie etwa in Würzburg – zur Eisweinlese sind die Winzer aber nicht ausgerückt. Und sie werden es wohl auch nicht mehr, selbst wenn es in den nächsten Nächten noch kälter werden sollte. Denn die meisten Winzer haben ihre Trauben schon längst eingeholt, an den Rebstöcken hängt nichts mehr. Selbst im Weingut Reiß im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach hat man dieses Jahr aufgegeben und die letzten Trauben kurz vor Weihnachten gelesen – als Trockenbeerenauslese.

Weniger Ertrag und frühe Lese

"Der Jahrgang ist ohnehin sehr klein ausgefallen, wir waren heuer sehr früh dran mit der Lese. Da ist das Risiko den Winzern einfach zu hoch, die Trauben so lange an den Stöcken hängen zu lassen. Vor allem mit der Prognose eines sehr milden Winters," sagte der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbands Hermann Schmitt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Der Weinbauverband hatte die fränkischen Winzer bezüglich des Eisweins schon vor Wochen abgefragt, jedoch keine Rückmeldungen bekommen, so Schmitt. Im letzten Jahr waren es noch fünf Winzer, die das Wagnis eingegangen waren.

Luxusprodukt Eiswein

"Aus meiner Sicht wird Eiswein aus Franken zur absoluten Rarität und Spezialität," sagt Hermann Mengler, Weinfachberater des Bezirks Unterfranken. "Es war immer und wird immer spannend bleiben!"

Der Eiswein ist für die Weinbaubetriebe allgemein eher ein zusätzlicher Bonus – ein Premiumprodukt, für das auch nur ein kleiner Markt vorhanden ist. Darauf angewiesen sind die Winzer nicht.