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Trotz Lockdown: Boom bei Wintersportartikeln | BR24

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Bildrechte: BR/Renate Rossberger

Dank Onlinehandel und Click & Collect erleben viele Sportläden im Bayerischen Wald einen regelrechten Boom: vor allem Langlauf-und Tourenskier sind gefragt.

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Trotz Lockdown: Boom bei Wintersportartikeln

Die Skipisten sind wegen des Lockdowns seit Wochen geschlossen. Trotzdem ist der Run auf Wintersportartikel ungebrochen. Im Bayerischen Wald kommen die Sportgeschäfte kaum hinterher. Verkaufsschlager sind in diesem Jahr aber nicht Alpinski.

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Von
  • Renate Roßberger

Trotz oder vielleicht gerade wegen des Lockdowns und der geschlossenen Skipisten verzeichnen Sportfachgeschäfte im Bayerischen Wald insbesondere bei bestimmten Wintersport-Artikeln einen regelrechten Boom. Onlinehandel und Click and Collect machen den Verkauf möglich.

Tourenski stark gefragt, Schneeschuhe teils schon ausverkauft

Bei Sport Raith in Bayerischen Eisenstein sind vor allem Tourenski gefragt, die viele jetzt als Ersatz für die normalen Alpinski nutzen. Die Schneeschuhe sind in diesem Laden sogar schon ausverkauft. Käufer sind durchwegs Einheimische, die momentan sogar für ihre Kinder Schneeschuhe kaufen. Denn diesen Sport kann man ohne Lift und Piste gut ausüben.

Inhaberin versteh den Wintersport-Boom

Entsprechend groß war die Nachfrage in den letzten Wochen - und das nicht nur in Bayerisch Eisenstein. Lisa-Marie Raith, Inhaberin eines Sportfachgeschäfts, hat Schneeschuhe nachbestellt, bekommt aber erst Anfang März wieder Nachschub. Sie versteht den Boom. "Man sitzt wegen Corona daheim und überlegt, was man machen kann. Was tut man also? Man geht raus in die Natur, möchte wieder was Gutes tun für den Körper."

Schneeschuhgeher sollen auf markierten Wegen bleiben

Raith glaubt, dass besonders Menschen jetzt Wintersportartikel kaufen, die jahrelang sportlich nichts gemacht haben. Die Sportlerin, die den Laden mit ihren Vater zusammen betreibt, rät den Schneeschuhgehern aber, aus Naturschutzgründen auf den markierten Wanderwegen zu bleiben, also nicht kreuz und quer durch den Wald zu laufen.

Auch Langlaufski boomen

Gut verkauft werden auch Langlaufskier, denn viele Loipen im Bayerischen Wald werden präpariert - im Unterschied zu den Pisten, die alle nicht öffnen dürfen. Zudem haben einige Gemeinden ihre Ortsloipen im Tal für die Einheimischen gespurt. Zum Beispiel Langdorf, wo es abends sogar Flutlicht gibt für das Laufen nach Feierabend. Dort ist regelmäßig Lisa Walz-Probst mit ihrem fünfjährigen Sohn unterwegs, dem sie heuer Langlaufskier gekauft hat statt die üblichen Alpinski.

"Man kommt wieder auf Sachen zurück, die man früher auch schon gemacht hat und die man direkt vor der Nase hat. Das ist schön und man wird auch fitter durch den Sport." Vor Corona hat die Kosmetikerin die Ortsloipe höchstens den Urlaubern empfohlen. Doch die sind heuer wegen des Lockdowns nicht da. Viele Einheimische entdecken deshalb die Angebote für sich.

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Langlauf-Skifahrerin auf gespurter Loipe im Bayerischen Wald

Finanziell kein Ausgleich für normale Wintersaison

Der Verkauf von Schneeschuhen, Touren-und Langlaufskiern mit Zubehör bessert die Kasse der geschlossenen Läden auf, aber den Umsatz einer ganzen ausgefallenen Wintersaison können sie nicht ersetzen, weder bei Sport-Raith, wo das Geschäft mit den Urlaubern und der üblichen Laufkundschaft fehlt, noch bei Sport Pöschl mit 3 Läden in Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Bodenmais:

"Alpinskier und die Kleidung dafür , das geht Null-Komma-Null. Wir haben die Lockdown-Zeit genutzt , um da Inventur zu machen und werden es in den nächsten Tagen schon weg ins Lager räumen, weil heuer keine Nachfrage mehr kommt. Wir rüsten die nächsten Wochen schon auf Frühjahr um.“ Jürgen Pöschl, Sportladenbesitzer

Pöschl hofft, dass man die Läden in den nächsten Wochen wieder öffnen darf. Die nicht verkauften Alpinskier, die jetzt eingelagert werden, mussten vor Monaten eingekauft werden und binden jetzt bis zum nächsten Winter Kapital für die Ladenbesitzer. Wenigstens, so sagt Pöschl, habe er heuer erstmal selbst Zeit für Wintersport:

"Heuer , dank Corona, konnte ich diesen Winter in der Region selber wirklich genießen – so wie noch nie: mit Schneeschuhwanderungen unter der Woche, wo kein Mensch da war, oder wieder mal zum Langlaufski greifen für zwei Stunden in der Loipe, auch gemeinsam mit meiner Frau, also das war so wie die letzten 10 Jahre nicht mehr.“ Jürgen Pöschl, Sportladenbesitzer

Denn in einer normalen Wintersaison hat Jürgen Pöschl auch seinen Skiverleih und die Skischulen laufen. Das fällt heuer aus.

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