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Ein Kunde hält am Eingang eines Geschäfts am Berliner Alexanderplatz ein Smartphone mit der Luca-App in die Kamera, aufgenommen am 12.04.21.

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    Trotz Kritik: Bayern hält an Corona-App "Luca" fest

    Die App "Luca" soll helfen, Corona-Kontakte nachzuverfolgen – etwa nach dem Besuch von Restaurants oder Kultureinrichtungen. Obwohl es teils scharfe Kritik gibt, setzt die bayerische Staatsregierung weiter große Hoffnungen in die Software.

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    Von
    • Maximilian Heim
    • Thomas Moßburger

    Auch wenn einige Datenschützer und der Chaos Computer Club die "Luca"-App kritisieren: Bayern hält an der Einführung der App für die Corona-Nachverfolgung fest. Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) ist zuversichtlich, dass bald alle bayerischen Gesundheitsämter an "Luca" angeschlossen sind. Bisher seien ein Drittel der 76 Ämter im Freistaat mit der App verbunden, erklärt Gerlach auf BR-Anfrage. Sie sei "sehr optimistisch, dass wir das bis Ende April schaffen".

    "Luca" soll in absehbarer Zeit bei der Nachverfolgung von Corona-Infizierten helfen - etwa in Restaurants oder Kultureinrichtungen. Der Ablauf soll einfacher und sicherer sein als beim händischen Eintragen in lange Listen: Beim Eintritt scannt man mit dem Handy einen QR-Code, die Daten werden erfasst und können im Falle einer festgestellten Corona-Infektion unter den Gästen des Restaurants oder Theaters mit den Gesundheitsämtern geteilt werden.

    Nutzung freiwillig - Lizenz für 5,5 Millionen Euro

    Die Nutzung der App ist freiwillig, kostenlos und nur ein Angebot, wie Ministerin Gerlach betont. Laut Bayerns Digitalministerium kostet die bayernweite Lizenz 5,5 Millionen Euro. "Wir können das kostenlos allen Institutionen, Behörden, Gastronomien und vor allem natürlich den Gesundheitsämtern zur Verfügung stellen", erläutert Gerlach.

    Den Datenschutz nehme man ernst, sagt Gerlach zu den bekanntgewordenen Sicherheitslücken bei "Luca". Sie betont aber, dass bisher keine personenbezogenen Daten offengelegt worden seien - sondern die App nur missbräuchlich verwendet wurde. Die Ministerin verweist auch darauf, dass der bayerische Datenschutzbeauftragte und das Landesamt für Datenschutz die "Luca"-Einführung begleiten.

    Datenschützer: App mit grundlegenden Mängeln

    Datenschutz-Aktivisten vom Chaos Computer Club (CCC) nannten die "Luca"-App zuletzt unreif und untauglich. Sie warfen den Machern einen grundlegenden Mangel an Kompetenz und Sorgfalt vor. "Die bisher gefundenen Schwachstellen und Peinlichkeiten der Luca-App sind ein bunter Strauß der Inkompetenz", heißt es in einer Mitteilung.

    Der CCC weist diesbezüglich unter anderem darauf hin, dass es in der Luca-App einfach möglich sei, Fake-Accounts zu erstellen und sich fälschlich an Orten einzuloggen, an denen man gar nicht ist. Hinzu käme mangelnde Barrierefreiheit, etwa für Blinde, und eine jüngst entdeckte Sicherheitslücke bei den Schlüsselanhängern mit QR-Code, die Luca-Nutzer statt der App verwenden können.

    Luca gelobt Besserung

    Letztere Lücke, die gewisse Bewegungsdaten des Anhänger-Users offenlegte, wurde laut den Machern geschlossen. Auch bei der Barrierefreiheit will Luca laut "Heise" nachbessern. Ein weiterer Kritikpunkt des CCC: Die App-Entwickler würden das Programm nicht komplett transparent machen. In diesen Punkt haben die Entwickler ganz aktuell reagiert: Der Programmcode der "Luca"-Software ist seit diesem Donnerstag offen einsehbar, kann also von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem "Luca"-System.

    Bayerns Digitalministerin ist trotz der Kritik zuversichtlich, dass "Luca" ein weiterer Baustein für die Corona-Eindämmung wird. "Das System soll Vertrauen generieren", betont Gerlach. Sie hoffe, dass die App rege genutzt werde: "Es soll ja auch genutzt werden, nur dann hat es einen Sinn und Zweck."

    Mit Informationen von dpa

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