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Trotz Hinweis am Briefkasten: Blaumeisen sterben unter AfD-Flyer | BR24

© privat/Georg Riedl

Der Hinweis am Briefkasten hatte nichts gebracht - ein AfD-Prospekt wurde trotzdem eingeworfen

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    Trotz Hinweis am Briefkasten: Blaumeisen sterben unter AfD-Flyer

    Blaumeisen haben sich in einen Briefkasten in Pfarrkirchen eingenistet. Der Besitzer bat mit einem Hinweis am Briefkasten sogar darum, zum Schutz der Vögel keine Post einzuwerfen. Vergebens: Durch einen Flyer der AfD verendeten die Tiere.

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    Im Briefkasten des ehemaligen Bürgermeisters von Pfarrkirchen, Georg Riedl, hatten sich bereits im April Blaumeisen eingenistet und darin Nachwuchs bekommen. Wie Georg Riedel dem Bayerischen Rundfunk mitteilte, klebte er daraufhin einen Zettel auf seinen Briefkasten mit der Aufschrift "Besetzt! Post bitte in den Zeitungskasten".

    "Nach einiger Zeit konnten wir auch das Piepsen aus dem Briefkasten hören und wir haben uns wahnsinnig gefreut. Und alle Briefträger haben das Schild respektiert." Georg Riedl, ehemaliger Bürgermeister von Pfarrkirchen

    Vergangenen Sonntag sei jedoch das Piepsen verstummt und Georg Riedel habe vorsichtig an den Briefkasten geklopft und schließlich hineingeschaut: "Und was finde ich da vor? Ein Wahl-Werbeprospekt der AfD." Die zwei Küken wurden durch das Prospekt zugedeckt und sind schließlich gestorben.

    Beschwerde bei der AfD-Geschäftsstelle

    Daraufhin beschwerte sich Riedl bei der AfD-Geschäftsstelle in Landshut per Mail. Er forderte die Verantwortlichen auf, ihm mitzuteilen, wer das Prospekt in seinen Briefkasten geworfen hat. Weiter schrieb Riedl, dass er neben einer Entschuldigung eine großzügige Spende an den Bund für Vogelschutz erwarte.

    AfD bedauert den Vorfall

    Georg Riedl sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass er sich bei jeder Partei so verhalten hätte und dies nichts AfD-Spezifisches sei. In einem ersten Antwortschreiben des Justitiars des AfD-Landesverbands Wolfram Schubert hieß es schließlich, dass dieser den "unglücklichen Vorfall" zutiefst bedaure und man versuchen werde, herauszufinden, wer dafür verantwortlich sei. Die Verteilung des Werbematerials erfolge nicht zentral.

    Spende an den Bund für Vogelschutz

    Eine weitere Mail erreichte Riedl am Mittwoch (29.05.) von Wolfgang Hansbauer, erster Vorsitzender AfD-Kreisverband Rottal-Inn/Dingolfing Landau. Dieser würde den Vorfall ebenfalls zutiefst bedauern. Als Erklärung gab Hansbauer an:

    "Nach meiner Kenntnis wurde der Flyer nachts bei schlechten Lichtverhältnissen eingeworfen, so dass es zu dem bedauerlichen Unglück kam." Wolfgang Hansbauer, erster Vorsitzender AfD-Kreisverband Rottal-Inn/Dingolfing Landau

    Er werde nun eine Spende für den Bund für Vogelschutz in Höhe von 100 Euro veranlassen. Georg Riedl sei zumindest besänftigt, doch der Vorfall würde ihn weiter schmerzen: "Es tut halt weh, wann man sich Mühe gibt und dann wird das einfach missachtet."