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Bei einem Sturm im August 2020 ist der Würzburger Maibaum umgeknickt und auf den Marktplatz gedonnert. Genau dort steht nun der neue Maibaum, sogar vier Meter höher und genauso tonnenschwer.

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Trotz Einsturz noch höher: Würzburg hat einen neuen Maibaum

Bei einem Sturm im August 2020 ist der Würzburger Maibaum umgeknickt und auf den Marktplatz gedonnert. Genau dort steht nun der neue Maibaum, sogar vier Meter höher und genauso tonnenschwer. Die Sicherheitsmaßnahmen hat die Stadt verstärkt.

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Von
  • Leon Willner
  • Sylvia Schubart-Arand
  • Christiane Scherm

Es war nur eine Windböe des Sturms Kirsten, die den rund eineinhalb Tonnen schweren Maibaum auf dem Würzburger Marktplatz im August vergangenen Jahres zu Fall gebracht hat. Dass dabei nur ein Stehtisch kaputt gegangen ist und niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder.

"Der Maibaum hat sich immer mehr geneigt", erinnert sich Gaston Kempf, der zusammen mit seiner Frau Simone das Saft- und Marktlädele am Unteren Markt leitet. "Der Tisch ist praktisch unter dem Baum in alle Einzelteile explodiert. Und dann haben alle nur noch geschrien. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert."

Neuer Würzburger Maibaum ist 22 Meter lang

Gespannt schaut Kempf zu der Unfallstelle vor dem Stehcafé und dem Souvenirladen. Dort liegt jetzt der neue Maibaum aufgebahrt, eine 22 Meter lange Douglasie aus dem Würzburger Stadtwald. Das Gartenamt hat sie komplett geschält und den Stamm auf die passende Stärke gehobelt. 30 Zentimeter Durchmesser misst der neue Maibaum an der Spitze, 45 Zentimeter sind es auf der Fußseite. Vom Gartenamt transportierte die Stadt die lange Fracht per Konvoi zum Marktplatz.

Amtsleiter: "Neuer Maibaum ist stabil"

Amtsleiter Helge Bert Grob steht auf dem Marktplatz und deutet stolz auf den Stamm: "Wenn Sie sich den Stammquerschnitt anschauen – das sind gleichmäßige Jahresringe, relativ enge Abschnitte. Das heißt, er hat eine hohe Stabilität." Den neuen Baum wird er trotzdem von nun an genau im Auge behalten.

Problem: Durch Wasser bilden sich Pilze im Holz

Ein Problem ist, dass sich Wasser ansammelt. Das wiederum begünstigt, dass sich im Stamm Pilze bilden. "Bei Starkregen rinnt das Wasser am Stamm nach unten und sammelt sich in der Hülse an", erklärt Grob. Künftig wolle man turnusmäßig das Wasser von dort abpumpen.

Stehzeit des Würzburger Maibaums verkürzt

Außerdem solle der Stamm laut Grob künftig kürzer stehen, nämlich nur noch bis August. Dann rückt der Konvoi des Gartenamts erneut an, um den Stamm für den Winter trocken zu lagern. Maximal fünf Jahre darf der gleiche Stamm als Maibaum errichtet werden.

Gaston Kempf hat keine Einwände, dass nach dem Unfall vom Vorjahr erneut ein Maibaum in der Nähe seines Ladens steht: "Die Tradition sollte man aufleben lassen", sagt er und fügt lachend hinzu: "Ich fühl mich auch noch sicher."

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Beim Sturm Kirsten im Sommer 2020 ist der Würzburger Maibaum umgeknickt.

Alu-Maibaum in Marktheidenfeld wird nächste Woche aufgestellt

In Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart wird der zwölf Meter Maibaum aus Alu in der kommenden Woche aufgestellt. Das passiert mit einer Feuerwehr-Drehleiter, wegen Corona mit wenig Personaleinsatz und ohne Besucher. Das gewohnte Fest zum traditionellen Maibaum Aufstellen muss auch ausfallen.

Stadtteile bekommen wegen Corona keine Maibäume

Anders ist die Situation in den sechs Marktheidenfelder Stadtteilen Altfeld, Glasofen, Marienbrunn, Michelrieth, Oberwittbach und Zimmern: Dort müssten die klassischen Maibäume mit mehreren Mann per Hand aufgestellt werden. Aufgrund der geltenden Corona-Hygieneregeln können diese Bäume daher in diesem Jahr erneut nicht aufgestellt werden.

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