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Wiesn-Betrunkene auf E-Scootern: Hunderte Führerscheine weg | BR24

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Eine stabile Wiesn geht zu Ende. Die Zahl der Besucher und deren Konsum an Bier blieben 2019 auf Vorjahresniveau. Und die Kriminalität? Auch die Polizei vermeldet weitgehend Konstanz.

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Wiesn-Betrunkene auf E-Scootern: Hunderte Führerscheine weg

Seit Juni fluten E-Scooter deutsche Städte. München reagierte zum Oktoberfest direkt mit einem Konzept, um betrunkene Wiesn-Besucher vom elektrischen Heim-Rollen abzuhalten. Dennoch wurden hunderte Führerscheine eingezogen.

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E-Roller sind seit Juni 2019 im deutschen Straßenverkehr zugelassen und haben sich seither tausendfach in deutschen Städten verbreitet. Vollgestellte Wege und alkoholisierte Rollerfahrer sorgten schnell für Unmut.

Das diesjährige Oktoberfest dürfte den Streit um die Roller kaum befrieden: 414 betrunkene E-Scooter-Fahrer hielt die Münchner Polizei während der Wiesn laut eigener Mitteilung an, bei 254 von ihnen wurde direkt der Führerschein sichergestellt. Die neuen Gefährte bescherten der Wiesn damit einen traurigen Rekord von insgesamt 774 Alkoholfahrten. .

Auch bei 13 der 21 Unfälle mit E-Scootern während der Wiesn waren Fahrer alkoholisiert. Insgesamt 15 Menschen wurden dabei verletzt.

Polizei: Viele halten E-Roller für Spielzeug

Im Vorfeld des Oktoberfestes hatte die Münchner Stadtverwaltung ein spezielles E-Scooter-Konzept erarbeitet. Rund um die Wiesn wurde eine Bannmeile gezogen, in der keine Roller abgestellt werden durften, außerdem sollten nachts elektronische Wegfahrsperren zum Einsatz kommen.

Ohnehin gelten - auch außerhalb des Oktoberfestes- für E-Rollerfahrer die Promillegrenzen, die für Autofahrer auch gelten. Genau das scheint bei vielen jedoch noch nicht angekommen zu sein, wie Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins vermutet. Viele sähen die Scooter offenbar nicht als ernst zu nehmende Fahrzeuge, sondern als Spielzeug oder Lifestyle-Produkt und hielten sich daher auch nicht an die geltenden Regelungen.

Auch mehr betrunkene Autofahrer

Der Alkoholfahrten-Rekord geht jedoch nicht allein auf die neuen E-Roller zurück: Auch die Zahl der betrunken aufgegriffenen Autofahrer stieg von 332 auf 360. 215 Führerscheine wurden hier eingezogen, 2018 waren es noch 192.

Auf die gesamte Stadt München betrachtet sank die Zahl der Verkehrsunfälle, E-Scooter nicht eingerechnet, während der Wiesn leicht auf 2.338 im Jahr 2019. Bei rund 43 dieser Unfälle waren die Autofahrer alkoholisiert. Auch hier zeigt sich ein merklicher Anstieg: 2018 waren bei nur 24 Unfällen von seinerzeit 2.415 Unfällen betrunkene Fahrer beteiligt.

Im direkten Umfeld der Wiesn stieg zudem die Zahl der Unfälle deutlich von 138 auf 265. Die Zahl der Verletzten blieb hierbei jedoch nahezu konstant, bei 38 Personen. 2018 waren es 37 gewesen. Einen tödlichen Unfall mit Wiesnbezug gab es laut Polizei nicht.

Polizeisprecher Da Gloria Martins zu E-Scootern auf der Wiesn

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Münchens Polizeisprecher Da Gloria Martins über die erste Wiesn mit E-Scootern.