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Trotz Coronakrise: Spargelbauern in Franken zufrieden | BR24

© dpa-Bildfunk/Roland Weihrauch

Trotz Corona-Pandemie bilanzieren die fränkischen Spargelerzeuger alles in allem eine zufriedenstellende Saison. (Symbolbild)

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    Trotz Coronakrise: Spargelbauern in Franken zufrieden

    Probleme mit Erntehelfern, Kälte und Trockenheit im Frühjahr und kaum Gastronomie: Trotz der Coronakrise ziehen die fränkischen Spargelbauern eine positive Bilanz über die Saison. Die Krise habe sich zum Teil sogar positiv ausgewirkt, heißt es.

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    Drei schwierige Monate liegen hinter den fränkischen Spargelerzeugern. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie wuchsen die Sorgenfalten. Denn zahlreiche Landwirte hatten befürchtetet, dass Erntehelfer aus Osteuropa in diesem Jahr nicht einreisen dürfen. Nun nimmt die Saison für die meisten Spargelbauern doch noch ein glückliches Ende.

    Erzeugerverband bilanziert zufriedenstellende Saison

    "Es ist knapp nochmal gut ausgegangen", bilanziert Miriam Adel aus Schwabach, die Vorsitzende des Spargel-Erzeugerverbands Franken. Trotz des holprigen Starts sei die Saison für die meisten Betriebe zufriedenstellend verlaufen. Die diesjährige Erntemenge sei in Ordnung gewesen, die Preise etwas höher und auch die Verkäufe lagen, mit Ausnahme der Gastronomie, auf einem guten Niveau. Per Ausnahmegenehmigung durften viele Helfer aus Polen oder Rumänien schlussendlich doch einreisen.

    Erntehelfer aus Polen und Rumänien dürfen einreisen

    Trotzdem seien die letzten Wochen nervenaufreibend gewesen. "So eine Spargelsaison möchte ich nicht noch einmal erleben", sagt Georg Kuhn. Er bewirtschaftet Spargelfelder rund um Allersheim im Landkreis Würzburg. 30 Hektar Felder hat er. 140 Menschen aus Rumänien sind inzwischen gekommen, um bei ihm zu arbeiten. Sie stechen nicht nur Spargel, sondern pflücken auch Erdbeeren. Um im Fall der Fälle Arbeiter isolieren zu können, hat Kuhn über die vergangenen Monate eine Wohnung freigehalten. Für den "worst case", wie er sagt. Dieser blieb den Erntehelfern und Landwirt Kuhn zum Glück erspart. Wie viele Saisonarbeiter insgesamt aus dem Ausland nach Franken gekommen sind, dazu liegen dem Erzeugerverband keine exakten Zahlen vor.

    Spargelernte liegt leicht unter Durchschnitt

    Schlussendlich lag die Erntemenge 2020 tatsächlich niedriger als in den beiden starken Vorjahren, allerdings nur etwas unter dem langjährigen Durchschnitt, sagt Spargelbauer Jürgen Heilmann. Er führt einen Spargelhof bei Albertshofen im Landkreis Kitzingen. Viele Landwirte haben Junglagen oder ältere Anlagen bewusst nicht geerntet – wegen der Unsicherheit zu Beginn der Saison, heißt es vom Spargel-Erzeugerverband Franken. Hinzu kam die kalte Witterung im Mai und die regnerischen Tage im Juni. Diese hätten den "Endspurt" etwas ausgebremst.

    Auch die Trockenheit im Frühjahr machte sich zum Teil bemerkbar, berichtet Spargelbauer Heilmann. In Unterfranken beginnt die Saison in der Regel ein bis zwei Wochen früher als in Mittelfranken.

    Schwache Gastronomie, viele Endkunden

    Auch bei den Absätzen wirkte sich die Coronakrise zum Teil deutlich aus: Während die Gastronomie deutlich eingebrochen ist, verzeichnen viele Erzeuger regelrecht florierende Geschäfte in ihren Hofläden. "Da hatten wir eine gigantische Nachfrage, manche Hofläden wurden fast überrannt", sagt Miriam Adel. Viele Endabnehmer hätten die Hofläden und das Anstehen im Freien einem Supermarktbesuch vorgezogen. Auch das Geschäft im Handel sei zufriedenstellend gewesen.

    Höherer Preis als im Vorjahr

    Erzeuger Georg Kuhn sieht darin einen Nebeneffekt der Corona-Beschränkungen. "Die Leute waren nicht im Urlaub und haben vor allem zuhause gekocht." Bei ihm sei der Mengenabsatz in diesem Jahr sogar gestiegen. Das wohlgemerkt, obwohl der Spargel in diesem Jahr durchschnittlich etwas teurer war als 2019. Ein Kilo kostete je nach Betrieb um die zehn Euro. Das entspricht einem Preisanstieg von etwa 50 Cent bis einem Euro.

    Spargelsaison geht noch bis Ende Juni

    Obwohl die Saison traditionell am Johannistag, dem 24. Juni, endet, gibt es vielerorts noch bis Ende Juni regionalen Spargel zu kaufen. Insgesamt bewirtschaften die fränkischen Erzeuger auf rund 900 Hektar Spargel.

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