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Bayer erfindet kontaktlosen Weihwasserspender | BR24

© BR/Julia Grantner

Inspiriert von Soßen- und Hygienespendern hat Tobias Sturm einen kontaktlosen Weihwasserspender entwickelt. Damit sich Gläubige in Corona-Zeiten nicht anstecken, wurde in Painten (Lkr. Kelheim) das erste Exemplar aufgestellt.

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Bayer erfindet kontaktlosen Weihwasserspender

Inspiriert von Soßen- und Hygienespendern hat Tobias Sturm aus Hemau bei Regensburg einen kontaktlosen Weihwasserspender entwickelt. In Painten im Landkreis Kelheim wurde das erste Exemplar aufgestellt.

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Sparsam mit Weihwasser umzugehen – so schreibt es die Deutsche Bischofskonferenz Ende Februar vor, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Seitdem blieben viele Weihwasserbecken in den Kirchen leer. Doch dank einer neuen Erfindung aus der Oberpfalz kehrt das Weihwasser jetzt zurück in die Kirchen.

Weihwasserspender vermeidet Berührungen

Auch das steinerne Weihwasserbecken in der Pfarrkirche St. Georg im niederbayerischen Painten (Lkr. Kelheim) ist leer. Kleine Weidekörbchen stehen darauf, um zu verhindern, dass die Kirchenbesucher doch ihre Hand hinein stecken. Seit kurzem steht dort ein etwa ein Meter hoher silberner Kasten: "Sei gesegnet" steht darauf.

Ein Pfeil zeigt Richtung Boden, zum Pedal. Hier muss der Kirchenbesucher draufsteigen, dann kommt ein Tropfen Weihwasser aus einem kleinen Hahn. Kontakt haben die Kirchenbesucher keinen, weshalb auch keine Gefahr besteht, sich Viren einzufangen. Alles läuft berührungsfrei.

Soßen- und Hygienespender als Vorbild

Erfinder des Weihwasserspenders ist Tobias Sturm aus der Nachbargemeinde Hemau. Seine Ehefrau ging mit den beiden Töchtern nach dem Lockdown Anfang Mai erstmals wieder in den Gottesdienst. Als sie zurückkommt, ist sie enttäuscht.

"Sie hat gesagt, es war ungewohnt mit Mundschutz in der Kirche zu sitzen und was ihr stark aufgefallen ist, es gab kein Weihwasser. Mir ist dann die Idee gekommen, dass ich einen Weihwasserspender entwickle, wo man sich Weihwasser wieder nehmen kann, berührungslos." Tobias Sturm, Erfinder des kontaktlosen Weihwasserspenders.

Beste Voraussetzungen hat der Erfinder: Er vertreibt normalerweise Soßen- und Hygienespender, die mit einem Pedal zu bedienen sind. So kommt Tobias Sturm die Idee, einfach einen ganz ähnlichen Spender für Weihwasser zu konzipieren.

Ein Stück Normalität kehrt zurück

Dank der Erfindung gibt es wieder Weihwasser in der Pfarrkirche in Painten – für Pfarrer Adrian Latacz kehrt damit ein Stück Normalität zurück:

"Durch die Corona-Beschränkungen ist Verunsicherung bei den Menschen entstanden und je mehr Normalität wir den Menschen zurückgeben können, umso mehr stärkt es die Menschen, gibt ihnen Hoffnung und Zuversicht. Alles was vertraut ist, verschafft Ruhe." Pfarrer Adrian Latacz

15 Kirchen haben schon einen Weihwasserspender

Auch bei seiner Gemeinde kommt der neue Weihwasserspender gut an. Ist der Gottesdienst zu Ende, bildet sich sogar eine Schlange – jeder will einen Tropfen Weihwasser nehmen. "Praktisch, eine saubere Sache in Corona-Zeiten und kontaktlos", sagt ein Gottesdienstbesucher. "Ich fühl mich sicherer, es ist hygienischer, und es ist schön, wenn man von der Kirche rausgeht, man hat den Segen vom Pfarrer erhalten und zum Abschluss kann man das Weihwasser mit in den Alltag nehmen."

Hier im niederbayerischen Painten ist der erste Weihwasserspender aufgestellt worden. Mittlerweile gibt es sie aber schon in 15 weiteren bayerischen Kirchen – und es werden sicher bald noch mehr.

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