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Trotz Corona startet Kulmbacher Weihnachtspäckchen-Konvoi | BR24

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Jedes Jahr werden in Kulmbach von Kindergärten und Grundschulen Weihnachtspäckchen für Kinder in Rumänien gepackt. Organisiert wird das vom Serviceclub Round Table.

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Trotz Corona startet Kulmbacher Weihnachtspäckchen-Konvoi

Die Spendenbereitschaft ist trotz der Pandemie hoch. Die Serviceclubs Round Table und Lady Circle in Kulmbach rechnen mit mehr als 4.000 Weihnachtspäckchen. Der Konvoi startet Anfang Dezember nach Rumänien. Dort warten schon viele Kinder.

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Florian Drechsler steht mit seinem Auto vor der Grundschule in Burghaig, einem Ortsteil von Kulmbach. Die Kofferraumklappe steht weit offen. Gleich kommen die Kinder aus dem Haus. Jedes mit Maske und mit Abstand zueinander. Sie tragen bunt eingepackte Kartons jeder Größe. Die haben sie in den Tagen vorher gepackt. Sich von überzähligem Spielzeug getrennt. Neues dazu gekauft. Außerdem warme Kleidungsstücke wie Mützen und Handschuhe. Hygieneartikel von der Zahnbürste bis zur Kinderseife. Aber auch haltbare Süßigkeiten. Schul- und Bastelmaterial. 50 Päckchen laden sie in den Kofferraum. Auch auf den Rücksitz legen sie ihre Päckchen.

Spendenbereitschaft in Kulmbach so hoch wie im vergangenen Jahr

Schulleiterin Stefanie Rohde findet ihre Kinder toll. Seit Jahren beteiligt sich die Grundschule Burghaig an der Päckchenaktion. Auch heuer sind es nicht weniger Päckchen als im Vorjahr. Dabei spiele es gar keine Rolle, ob und wie wohlhabend die Eltern der Kinder seien. Die Aktion an sich sei spannend und lehrreich. Im Unterricht sprechen sie über soziale Unterschiede und wie wertvoll es sei, Teilen zu lernen. Florian Drechsler klappt seinen Kofferraum zu. Er muss heute nochmal los und Päckchen aus einem Kindergarten abholen. Er macht das seit Jahren.

"Die Erfahrung zeigt, dass die Kleinen aus den Kindergärten richtig mit Herzblut dabei sind und ihre Päckchen abgeben. Die größeren Schulkinder sehen da schon eher die Notwendigkeit, dass ärmeren Menschen etwas gespendet werden sollte." Florian Drechsler, Round Table Kulmbach

Auch Menschen ohne Kinder spenden für den Konvoi

Treffen an einem Kulmbacher Baumarkt. Christian Backert kommt mit seinem Kleinbus. Er ist voll bis unters Dach. Ein bisschen Platz ist noch frei für die Päckchen aus dem Baumarkt. Dort im Foyer steht eine Hinweistafel für die Spendenaktion. Dahinter zwei Paletten mit rund 50 schön verpackten Kartons. Marktleiter Peter Stindl ist stolz auf seine engagierten Kunden. Seit vier Jahren beteiligt sich sein Markt an der Päckchenaktion. Jetzt lädt er zusammen mit Florian Drechsler und Christian Backert den Kleinbus ganz voll.

"Seit zehn Jahren beteiligt sich Round Table Kulmbach an der Spendenaktion, seit vier Jahren fahren auch Leute von uns mit nach Rumänien. Ich sehe keine Besserung der Verhältnisse dort und auch nicht, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird." Christian Backert, Round Table Kulmbach

Mit nach Rumänien fahren, selbst die Päckchen verteilen

Viermal war Christian Backert schon mit dem Konvoi in Rumänien. Die Fotos, die er von dort mitgebracht hat, zeigen baufällige Häuser, heruntergekommene Schulen und vor allem Schlamm und Schmutz, wo eigentlich Straßen und Wege sein sollten. Der Winter in Ost-Rumänien ist keine Idylle. Und mitten in all dem Elend: Kinder.

"Wir fahren mit, damit die Päckchen auch bei den richtigen Leuten ankommen. Für manche Kinder ist es das erste mal, dass sie ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Und das in einem Land der EU." Christian Backert, Round Table Kulmbach

Natürlich freuen sich die Kinder über die Weihnachtspäckchen. Und das Schenken löst in den Rumänienfahrern etwas aus. Doch das ist eben nicht nur Freude: Es braucht einige Tage, um sich nach der Rückkehr wieder an den Wohlstand und das Leben in Deutschland zu gewöhnen.

Corona erschwert den Weihnachtspäckchen-Konvoi

In diesem Corona-Jahr dürfen die Kulmbacher selbst nicht mit nach Rumänien fahren. Die Päckchen werden deshalb gesammelt, einer Spedition übergeben, und rumänische Clubangehörige von Round Table und Lady Circle übernehmen die Verteilung. Damit ist das Vertrauen gegeben. Das ist ein Vorteil solcher internationaler Vereinigungen. Aber andererseits auch deutlich mehr Arbeitsaufwand für die Rumänen. Etwa 4.000 Päckchen werden die oberfränkischen Serviceclubs einsammeln und auf die Reise schicken. Wenn nächstes Jahr die Verhältnisse es zulassen, will Christian Backert auf jeden Fall wieder mitfahren.

© BR/Markus Feulner

Die Spendenbereitschaft ist trotz der Pandemie hoch. Der Serviceclubs Round Table und Lady Circle rechnen mit rund 4.000 Päckchen alleine aus Oberfranken. Der Konvoi startet Anfang Dezember in den Osten Rumäniens.

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