BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR-Studio Franken/ Michael Reiner
Bildrechte: BR-Studio Franken/ Michael Reiner

Thomas Grämmer bei seiner Bewerbungsrede. Der 39-jährige Diakon wurde nominiert und tritt für die SPD im Wahlkreis Nürnberg-Süd an.

4
Per Mail sharen

    Trotz Corona: Nürnbergs SPD kürt Bundestagskandidaten in Präsenz

    Die rechtlichen Hürden bei der Nominierung von Bundestagskandidaten sind hoch. Deshalb hatte sich die Nürnberger SPD dazu entschlossen, ihre Bewerber trotz Pandemie in Präsenzveranstaltungen zu küren - aus Sorge, ansonsten ohne Personal dazustehen.

    4
    Per Mail sharen
    Von
    • Michael Reiner

    Normalerweise haben im Saal des Gesellschaftshauses Gartenstadt 600 Menschen Platz. Bei der Nominierungsversammlung der Nürnberger SPD dürfen jedoch nur die Delegierten, die Kandidaten und einige Funktionäre rein – insgesamt weniger als 100 Menschen. Es gilt ein strenges Hygienekonzept.

    Die Partei hatte sich dazu entschlossen, ihre Kandidaten für die Bundestagswahl in einer Präsenzveranstaltung zu bestimmen. Gabriela Heinrich wird bei der Bundestagswahl für die SPD im Wahlkreis Nürnberg-Nord antreten, Thomas Grämmer im Wahlkreis Nürnberg-Süd/Schwabach.

    Nachfolger für SPD-Urgestein Burkert

    Gabriela Heinrich sitzt seit 2013 im Bundestag. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Bei der Nominierung hatte sie keinen Gegenkandidaten und erhielt 61 der 73 abgegebenen Stimmen. Thomas Grämmer folgt SPD-Urgestein Martin Burkert nach, der im vergangenen Jahr sein Mandat niederlegte.

    Insgesamt treten hier vier Kandidatinnen und Kandidaten an. Grämmer erhielt im zweiten Wahlgang 40 Stimmen, Cornelia Spachtholz 25 Stimmen; es gab eine Enthaltung. Victor Strogies und Marco Knoll verzichteten auf eine Kandidatur im zweiten Wahlgang.

    Kandidaten-Kür wegen rechtlicher Hürden in Präsenz

    Die rechtlichen und formalen Hürden bei Bundeswahlkreiskonferenzen seien hoch, sagt Nürnbergs SPD-Chef Thorsten Brehm gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Es müsse sichergestellt sein, dass die Nominierung rechtssicher ablaufe. Deshalb habe die SPD darauf verzichtet, die Kandidatenwahl ins Netz zu verlagern. "Wir wollten keine Gefahr laufen, am Schluss ohne Kandidatinnen oder Kandidaten für die Bundestagswahl dazustehen", so Brehm.

    Grüne und Linke gehen für Nominierung ins Netz

    Im Gegensatz zur SPD verlegen andere Parteien die Nominierung dagegen ins Netz. Etwa die Grünen und die Linke. Die CSU kürt ihre Kandidaten erst in einigen Wochen und strebt ebenfalls Präsenzveranstaltungen an.

    Denn im Saal könnten sich die Kandidaten besser präsentieren als online – trotz der Corona-bedingten Einschränkungen. "Wenn man am Mikrofon steht und das Wort ergreift, schaut man auf Gestik, auf Mimik. Wie reagieren die Delegierten im Saal?", sagt Brehm. All das funktioniere nicht, wenn die Gesichtszüge der Delegierten hinter einer Maske versteckt seien.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!