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Trotz Corona: Nürnberg feiert CSD mit "Pride-Weeks" | BR24

© CSD-Verein Nürnberg

Nürnberger CSD-Plakat 2020.

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    Trotz Corona: Nürnberg feiert CSD mit "Pride-Weeks"

    Wegen der Corona-Pandemie wurden in ganz Deutschland die großen Paraden zum Christopher Street Day, dem CSD, abgesagt. In Nürnberg feiern Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle dafür nun zwei Wochen lang spezielle "Pride Weeks" mit rund 50 Aktionen.

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    In diesem Jahr soll in Nürnberg wegen der Corona-Pandemie der Fokus nicht wie sonst auf dem ersten August-Wochenende mit der großen CSD-Parade und dem Straßenfest liegen. Vielmehr sollen die Regenbogenfarben als Symbol der queeren Szene nun zwei Wochen lang bei insgesamt 50 Aktionen in den "Pride Weeks" erstrahlen, so die Veranstalter.

    Queere Sichtbarkeit trotz Corona-Pandemie

    Sichtbarkeit und der Kampf für mehr Toleranz und Gleichberechtigung seien auch im Jahr der Corona-Pandemie weiter wichtig, erklärt der Vereinsvorsitzende des CSD Nürnberg, Bastian Brauwer: "Es gilt im Jahr 2020 dennoch, die für die LGBTIQ*-Community enorm wichtigen Themen nicht einfach aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen, nur, weil der CSD nicht in seiner gewohnten Form stattfinden kann." Der Nürnberger CSD ist der zweitgrößte im Freistaat. Mittlerweile wird er nicht nur in den beiden größten bayerischen Metropolen gefeiert, sondern etwa auch in Landshut, Würzburg, Ansbach und Amberg.

    400 CSD-Plakate in Nürnberg

    In diesem Jahr wird das Motto des Nürnberger CSD "Queer Europe – Kein Schritt zurück" auf über 400 Plakaten im ganzen Stadtgebiet zu lesen sein. Damit wollen die Nürnberger CSD-Organisatoren auch ihre Solidarität etwa mit queeren Menschen in Polen ausdrücken, die dort derzeit vielerorts massiv diskriminiert werden.

    CSD-Führung im Tiergarten

    Wie schon in den Jahren zuvor gibt es auch dieses Jahr im Rahmen der "Pride Weeks" Lesungen und Polit-Talks, aber auch neue Online-Formate, wie eine queere Tupper-Party oder einen "Rainbow Run". Hier sollen Menschen in Regenbogen-Farben joggen gehen und davon online Bilder posten.

    Der Tiergarten Nürnberg lädt wieder zu seiner in den Vorjahren stets ausgebuchten "Homosexualität im Tierreich"-Führung. Höhepunkte des diesjährigen CSD in Nürnberg werden ein Livestream am 1. August, bei dem sich Teilnehmer interaktiv einklinken können, und eine Regenbogen-Menschenkette am 2. August quer durch die Innenstadt sein.

    💡 Woher kommt der CSD?

    Der Christopher Street Day geht auf das Jahr 1969 zurück. Damals hatten sich in der New Yorker Christopher Street zuerst transsexuelle Latinas und Drag-Queens gegen willkürliche und teils brutale Polizeikontrollen gewehrt. Zu der Zeit gab es immer wieder Razzien der Polizei in schwul-lesbischen Bars und Clubs. Nach dem Aufstand in der Christopher Street gab es tagelange Straßenschlachten. In Deutschland wurde der erste CSD im Jahr 1979 gefeiert, wobei das Kürzel CSD nur im deutschsprachigen Raum verwendet wird. Weltweit laufen die Feierlichkeiten unter dem Namen "Pride".

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