BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Trotz Corona-Maßnahmen geöffnet: Pelzhändler droht hohes Bußgeld | BR24

© BR

Bund und Länder haben die Lockdown-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert - der Einzelhandel muss also bis auf wenige Ausnahmen geschlossen bleiben. Doch Pelzhändler Marcus Müller aus Regensburg öffnete heute sein Geschäft - aus Protest.

62
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Trotz Corona-Maßnahmen geöffnet: Pelzhändler droht hohes Bußgeld

Einem Pelzhändler in Regensburg droht ein saftiges Bußgeld, weil er trotz Lockdowns sein Geschäft geöffnet hatte. Er wollte damit auf die finanzielle Notlage von Einzelhändlern, Wirten und Künstlern in der Innenstadt aufmerksam machen.

62
Per Mail sharen
Von
  • Anne-Lena Schug

Ein Regensburger Pelzhändler, der trotz des Corona-Lockdowns seinen Laden am Montag geöffnet hatte, musste sein Geschäft nach wenigen Stunden wieder schließen. Mitarbeiter des Ordnungsamts Regensburg hatten eine entsprechende Anweisung gegeben. Gegen den Pelzhändler Marcus Müller werde nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet, teilte die Stadt mit. Ihm drohe ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro. Würde sich herausstellen, dass sich ein Kunde im Laden mit Corona infiziert hätte, würden noch härtere Strafen drohen.

Pelzhändler will mit Öffnung ein Zeichen setzen

Müller hatte um 10 Uhr sein Geschäft aufgeschlossen und sagte dazu: "Schlimmer als die Existenz zu verlieren, kann es ja nicht sein. Mir geht es heute nicht um den großen Umsatz, sondern ich will ein Zeichen setzen, dass die Einzelhändler, Wirte und Künstler auch noch da sind und vor den Scherben ihrer Existenz stehen, wenn nicht bald aufgemacht wird."

"Click & Collect" nicht bei jedem Händler sinnvoll

Müller sagte, es sei ihm wichtig, ein Zeichen zu setzen. Die aktuelle Situation sei existenzgefährdend für ihn, sagt er. Dass das Konzept "Click & Collect" jetzt erlaubt ist, findet er grundsätzlich sinnvoll. Doch bei seinem Geschäft würde das mit dem Bestellen und Abholen nicht so einfach funktionieren. Seine Pelzmäntel seien vielfach Maßanfertigungen.

Saisongeschäft leidet unter Lockdown

Außerdem laufe ihm die Zeit davon. Genau jetzt im Winter mache er seinen Hauptumsatz: "Die Lage ist dramatisch. Ich habe einen Saisonbetrieb. Ich muss bis Ende März mein Polster haben, damit ich über den Sommer komme. Weil wir von April bis September kleine Brötchen backen." Gleich nach Ladenöffnung, kam ein Kunde um sich einen neuen Wintermantel zu kaufen. Er wolle den stationären Handel unterstützen und kaufe nicht gern online ein, sagte er. Er fühle sich sicher im Laden.

Müller achtete nach eigenen Angaben während der kurzen Öffnungsphase in seinem Laden auf die Einhaltung des Hygienekonzepts: "Ganz wichtig: Abstand halten. Hygienemaßnahmen. Also, bei uns kommt keiner rein, der sich nicht die Hände desinfiziert. Maske natürlich. Wir wollen natürlich nicht dazu beitragen, dass sich Leute infizieren."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!