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Trotz Corona: Kunst-Kirchweih "Stodlvirus" startet in Tröstau | BR24

© BR/Katharina Herkommer

Nicht nur wegen Corona gibt es in Tröstau kein traditionelles Kirchweihfest. Bereits vor der Pandemie war das Traditionsfest in dem Dorf eingeschlafen. Doch dann hat der Kultur- und Kunstverein die Kunst-Kirchweih erfunden.

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Trotz Corona: Kunst-Kirchweih "Stodlvirus" startet in Tröstau

Nicht nur wegen Corona gibt es in Tröstau kein normales Kirchweihfest. Bereits vor der Pandemie war das Fest in dem Dorf eingeschlafen. Doch dann hat der Kultur- und Kunstverein die Kunst-Kirchweih erfunden. Und die findet trotz Corona statt.

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Die Kirchweihen und Volksfeste finden wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nirgendwo so statt, wie gewohnt. Im kleinen Dorf Tröstau im Landkreis Wunsiedel gibt es schon seit Jahren keine "normale" Kirchweih mehr. Als die vor fünf Jahren eingeschlafen ist, hat das den Kultur- und Kunstverein des Dorfes auf den Plan gerufen: Die Kunst-Kirchweih von Tröstau war geboren. Und die findet auch heuer statt. Anstatt wie sonst Ausstellungen in Garagen und Scheunen zu zeigen, ist diesmal alles Outdoor: "Stodlvirus" nennt sich das.

"Stodlvirus": Seifen und tote Fische an der Stallwand

Dafür wurden 18 Fotos auf Plakatplanen gedruckt – jeweils 1,5 Meter hoch und dementsprechend breit. Diese wurden an den Außenwänden von zehn Scheunen befestigt - verteilt über den ganzen Ort. Die Künstler sind bekannte Fotografen aus der Region ebenso wie Hobbyfotografen aus Tröstau selbst. Das Motto: "Bilder in besonderen Zeiten", und die lassen viel Raum für Assoziationen. Zu sehen sind Funkenflug und tote Fische, ein nebliger Fichtelgebirgswald oder ein buntes Seifen-Sortiment.

Ziel: Menschen in Tröstau mit Kunst in Kontakt bringen

Das Besondere an der Tröstauer Kunst-Kirchweih ist, dass hier auch Menschen mit Kunst in Kontakt kommen, die sich damit sonst eher weniger beschäftigen: Etwa 150 bis 200 Tröstauer sind bei dem Event normalerweise in irgendeiner Form beteiligt, und das bei gerade mal 1.400 Einwohnern.

Auch die Fußballer machen bei der Kunst-Kirchweih mit

Alle Menschen für Kunst zu begeistern – das ist die größte Motivation für Vereinsgründer und Vorstand, Wolfgang Hermann. Alle im Dorf sind sich einig, dass es ohne ihn und sein Brennen für die Sache, die Kunst-Kirchweih so nicht geben würde: Vom Fußballverein bis hin zu jungen Mopedschraubern hat Hermann in den vergangenen Jahren schon alle möglichen Leute im Ort in die Tröstauer Kunst-Kirchweih eingespannt.

Kunst-Kirchweih strahlt in die ganze Region aus

Dass das als wichtiges Signal auch weit nach außen strahlt – da ist sich der Tröstauer Bürgermeister, Rainer Klein (FW), sicher. Deswegen findet er es besonders wichtig für den Ort, aber auch für die gesamte Region, dass die Kunst-Kirchweih auch in diesem Jahr stattfindet.

"Wir sind über die letzten Jahrzehnte durch den Strukturwandel etwas ins Hintertreffen geraten. Aber so eine Aktion ist ein kleiner Mosaikstein um zu zeigen, dass bei uns mehr ist als Tristesse. Dass was nach vorne geht und dass wir am Puls der Zeit sind." Rainer Klein, Bürgermeister Tröstau

Die Kunst-Kirchweih gibt es heuer zum vierten Mal – und dieses Jahr ist der Besuch auch nicht zeitlich begrenzt: Die Fotos sollen bis in den nächsten Frühling an den Scheunen hängen bleiben.

Vernissage mit Spaziergang durch den Ort

Die Kirchweih startet am Freitag mit einer besonderen Vernissage: mit einem gemeinsamen Spaziergang durch den Ort.

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