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Trotz Corona-Krise kein "Run" auf Frauenhäuser in Würzburg | BR24

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Bildrechte: BR / Julia Müller

Durch Corona steigt die Gefahr häuslicher Gewalt. Frauen haben aber weniger Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen.

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    Trotz Corona-Krise kein "Run" auf Frauenhäuser in Würzburg

    Wenn Familien längere Zeit auf engstem Raum zusammenhocken, steigt die Gefahr von Konflikten. Die Corona-Krise dürfte das Problem auch in Unterfranken verschärfen. Die Frauenhäuser in Würzburg bemerken derzeit aber keine erhöhte Nachfrage.

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    Von
    • Anke Gundelach

    Das Problem häusliche Gewalt dürfte sich durch die Corona-Krise noch verschärfen - wenn Familien kaum Möglichkeiten haben, sich aus dem Weg zu gehen. Schutz vor gewalttätigen Partnern finden betroffene Frauen und deren Kinder in Frauenhäusern. Vier davon gibt es in Unterfranken – zwei in Würzburg, eines in Schweinfurt und eines in Aschaffenburg.

    Frauen können sich Tag und Nacht melden

    Brita Richl, die Leiterin des Frauenhauses der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Würzburg, ermutigt Betroffene, sich jederzeit zu melden. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte sie, man suche immer nach Lösungen und habe entsprechende Konzepte. Eine steigende Nachfrage kann sie derzeit allerdings nicht feststellen. Es sei gerade "eher ruhig". Franziska Boes, die Chefin des Frauenhauses im SkF – Sozialdienst katholischer Frauen in Würzburg stimmt zu und sagt, es sei sogar ruhiger als üblich.

    Kaum Möglichkeiten für heimliche Hilferufe

    Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass Frauen weniger Möglichkeiten haben, sich Hilfe zu suchen, wenn die Familie Tag und Nacht zusammen ist. Viele Anfragen erreichten die Frauenhäuser außerdem für gewöhnlich über Netzwerkpartner wie Schulen und Kindergärten, die gerade geschlossen sind. Dass generell Schutzplätze fehlen, ist ein bekanntes bundesweites Problem. Hier kann der Raum Würzburg zumindest für die kommenden Jahre auf Verbesserungen hoffen.

    Neue Schutzplätze im Raum Würzburg geplant

    Sieben neue Plätze sind beim AWO-Frauenhaus in Würzburg in Planung. Acht weitere sollen in einem neuen Frauenhaus entstehen, das der Landkreis Würzburg plant. Die Initiative dafür ging von Carmen Schiller aus, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises. Beide Projekte sollen weg vom alten WG-Konzept vieler Frauenhäuser und den Hilfesuchenden abgeschlossene Wohneinheiten bieten – mit eigenem Bad. So könnten vor allem auch Frauen mit älteren Söhnen untergebracht werden, was bisher kaum möglich ist.