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Trotz Corona: Hof feiert Schlappentag digital im Internet | BR24

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Der Schlappentag ist der "Nationalfeiertag" der Hofer Bürger. Wegen Corona fällt er aus, es gibt also keinen Festumzug. Trotzdem findet der Schlappentag statt: digital im Internet. Und es gibt auch das Schlappenbier.

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Trotz Corona: Hof feiert Schlappentag digital im Internet

Die Stadt Hof hat einen "Nationalfeiertag", den Schlappentag. Wegen Corona kann er nicht wie gewohnt stattfinden. Trotzdem wird es den Schlappentag geben: zwar ohne Festumzug, aber digital im Internet. Und das Schlappenbier gibt es auch.

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Von
  • Annerose Zuber

Er gehört zu den ältesten Schützen- und Handwerkerfesten in Deutschland: der Schlappentag in Hof. Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ist er ein "Nationalfeiertag". Am Schlappentag, dem ersten Montag nach Pfingsten, gibt es ein Schlappenbier und einen Festumzug mit Bürgern in historischen Kostümen. Die Handwerkerzünfte marschieren auch mit. Beim Schießwettbewerb wird als bester Schütze der Schlappenkönig gekürt. Wegen Corona fällt der Schlappentag in seiner gewohnten Form aus. Trotzdem findet er statt, und zwar digital im Internet.

Am Hofer Schlappentag wird Festakt ins Internet übertragen

Das Motto lautet "Hofer Schlappentag 2021- mit dem Herzen dabei". Ende Mai geht er virtuell über die Bühne, teilte die Stadt mit. Ein kleiner Festakt soll aus dem Rathaus live ins Internet übertragen werden, und es sind Mitmach-Aktionen geplant. Die Hofer sollen sich mit kurzen Videos am Schlappentag beteiligen. Nicht verzichten müssen die Hofer auf das Schlappenbier. Es wurde bereits eingebraut.

Erhöhte Infektionsgefahr lässt Schlappentag nur virtuell stattfinden

Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr und der ungewissen Pandemie-Entwicklung hat der Arbeitskreis Schlappentag beschlossen, den Hofer "Nationalfeiertag" virtuell über die Bühne gehen zu lassen. Dem Arbeitskreis gehören Vertreter der Stadtverwaltung, der Privilegierten Scheiben-Schützengesellschaft Hof (PSSG), des Handwerks sowie Kreisarchivpfleger Adrian Roßner und Vertreter der Brauerei Scherdel an.

Trotz Corona machen die Hofer das Beste aus ihrem Schlappentag

"Ich fühle mit allen Hoferinnen, Hofern und den Gästen, die sich darauf gefreut haben", sagt Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD). Dass der Schlappentag wie im vergangenem Jahr nicht in der traditionellen Weise stattfindet, sei bedauerlich, zumal er erst 2020 in die Liste des immateriellen Kulturerbes Bayern aufgenommen worden sei. "Aber wir werden in diesem Jahr das Beste daraus machen", sagt Oberbürgermeisterin Döhla.

Hofer Bürger sollen Schlappentag privat feiern

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, betont auch Schützenmeister Lars Neumann. Die geplanten Aktivitäten könnten einen echten Schlappentag zwar nicht ersetzen: "Doch wir wünschen uns, das sie es ermöglichen, in guter Stimmung einen schönen privaten Schlappentag zu verbringen und sich auf das nächste Jahr zu freuen."

Vor fast 600 Jahren erstmals Schlappentag in Hof gefeiert

Der Hofer Schlappentag wird seit fast 600 Jahren gefeiert. Er geht auf den Überfall der Hussiten im Jahr 1430 zurück. Aufgrund der Zerstörung der Stadt erließ der Bayreuther Markgraf den Hofern für zehn Jahre die Steuern und gab ihnen unter anderem das Recht auf ein speziell eingebrautes Bier.

Im Gegenzug mussten sie eine Bürgerwehr bilden. Doch die vorgeschriebenen Schießübungen erledigten die Handwerker erst am letztmöglichen Termin – dem Montag nach Pfingsten. Da sie dazu direkt aus ihren Werkstätten in ihren Schlappen zum Schießhäuschen kamen, fand bereits 1432 der erste Hofer Schlappentag statt.

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