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An den fränkischen Unis beginnt wieder die Prüfungszeit. Bei vielen Prüfungen müssen die Studierenden trotz Corona vor Ort sein. Um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten, gibt es verschiedene Ansätze.

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Trotz Corona: Fränkische Unis halten an Präsenzprüfungen fest

Laut den aktuellen Corona-Regeln darf ein Haushalt maximal eine weitere Person treffen. An den Universitäten finden dagegen Präsenz-Prüfungen mit teils Hunderten Studierenden statt. Und die sind alles andere als zufrieden.

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Von
  • Andreas Schuster

Der Lockdown geht in die Verlängerung. Masken tragen, Abstand halten und ein Haushalt, der maximal eine weitere Person treffen darf. Das gilt jetzt zunächst bis zum 14. Februar. An den Universitäten und Hochschulen muss zwar auch Abstand gehalten und Maske getragen werden. Doch bei Präsenzprüfungen kommen teils mehrere hundert Studierende zusammen.

Präsenzprüfungen weiterhin erlaubt

Laut bayerischer Staatsregierung gelten für die Hochschulen besonders strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Präsenzprüfungen können allerdings "weiterhin grundsätzlich durchgeführt werden". Eine Entscheidung, ob eine Prüfung als Präsenzprüfung durchgeführt wird, "trifft die jeweilige Hochschule in eigener Verantwortung", heißt es.

Onlineprüfungen nicht immer möglich

Prinzipiell gibt es sowohl an der Uni Erlangen-Nürnberg als auch in Bayreuth und Bamberg Präsenzprüfungen. Grund ist, dass sich nicht alle Vorlesungsinhalte für digitale Prüfungen eignen, so Joachim Hornegger, Präsident der Uni Erlangen-Nürnberg. Teils werden die Prüfungen so umgestellt, dass sie sich für eine Online-Durchführung eignen. Teils weiche man auch auf Hausarbeiten aus. Die Entscheidung treffe am Ende immer der jeweilige Dozent, so Hornegger.

Unis mieten extra Räumlichkeiten an

Um den Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten, können die Unis ihre Hörsäle natürlich nicht voll besetzen. So sind für Präsenzprüfungen im Audimax der Uni Erlangen-Nürnberg maximal 86 Studierende zugelassen. Normalerweise ist der größte Hörsaal der Uni für rund 900 Personen vorgesehen. Haben sich mehr Studierende zu einer Präsenzprüfung angemeldet, muss die Uni auf eigens angemietete Räumlichkeiten auf dem Nürnberger Messegelände ausweichen. Ähnlich handhabt es die Universität Bayreuth. Hier mietet die Uni für die Prüfungszeit die Oberfrankenhalle an.

Strenges Hygienekonzept bei Präsenzprüfungen

Weil trotz des Abstands bei den Prüfungen teils mehrere hundert Studierende zusammenkommen, haben die Unis strenge Hygienekonzepte erarbeitet. So hat die Uni Erlangen-Nürnberg beispielsweise das Luftströmungsverhalten in ihren Prüfungsräumen untersucht. Außerdem gilt für die Studierenden trotz des Abstands zusätzlich die Maskenpflicht. Darüber hinaus gibt es für Angehörige von Risikogruppen unter den Studierenden die Möglichkeit, separate Prüfungsräume zu nutzen, so Uni-Präsident Hornegger.

Keine Prüfungen mit mehr als 30 Teilnehmern

Während es an der Uni Erlangen-Nürnberg keine Obergrenze für die Teilnehmerzahl einer Präsenzprüfung gibt, hat die Universität Bamberg Präsenzprüfungen, bei der mehr als 30 Teilnehmer in einem Raum wären, seit der vergangenen Woche gestrichen und auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Regelung gilt zunächst bis zum 14. Februar, heißt es von der Uni. Prüfungen, deren Vertagung zu einer Verlängerung der Studienzeit führen würden, werden im kleinen Kreis abgehalten.

Viele Mails im "Corona-Kummerkasten"

Trotz der strengen Hygienemaßnahmen sind viele Studierende mit der aktuellen Situation offenbar unzufrieden. Die Studierendenvertretung der Uni Erlangen-Nürnberg hat einen "Corona-Kummerkasten" eingerichtet. Dort gingen in letzter Zeit relativ viele Emails ein, so Michael Ruppert von der Studierendenvertretung. Auch wenn die Präsenzprüfungen aufgrund der Hygienemaßnahmen wohl recht sicher seien, machen sich viele Studierende Sorgen. Unter anderem, weil sie oftmals mit dem Öffentliche Nahverkehr zur Prüfung anreisen müssen oder sie fürchten sich in der Prüfungssituation unwohl zu fühlen, wenn sie nach Wochen der Kontaktbeschränkungen auf einmal mit hunderten von Menschen in einem Raum sind.

Erschwerte Prüfungsvorbereitung

Aus Sicht der Studierendenvertretung der Uni Erlangen-Nürnberg müssen die Studentinnen und Studenten außerdem mit erschwerten Prüfungsbedingungen zurechtkommen. Etwa weil wegen des Lockdowns auch die Uni-Bibliotheken geschlossen haben. An der Uni Erlangen-Nürnberg gebe es zwar einen Service, über den sich die Studierenden Kopien der Bibliothek per Email zuschicken lassen können. Dieses Angebot stünde aber bei kleineren Teil-Bibliotheken nicht zur Verfügung. Vielen Studierenden sei diese Möglichkeit auch gar nicht bekannt. Und wenn alle das Angebot nutzen würden, wäre der Service wahrscheinlich überlastet, so Ruppert. Über die Mails aus dem Corona-Kummerkasten wisse er, dass viele Studierenden aktuell nicht an die Bücher kommen, die sie eigentlich brauchen.