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Trotz Corona: Bayern hält an Präsenzveranstaltungen an Unis fest | BR24

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Im Freistaat gibt es so viele Studenten wie noch nie: Für das Wintersemester haben sich rund 403.000 Menschen an Universitäten und Hochschulen eingeschrieben. Das seien rund 9.000 mehr als im Vorjahr, teilte das Wissenschaftsministerium mit.

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Trotz Corona: Bayern hält an Präsenzveranstaltungen an Unis fest

Trotz steigender Corona-Zahlen soll es zum Start des Wintersemesters an Bayerns Universitäten wieder Präsenzveranstaltungen geben. An Normalität ist laut Wissenschaftsminister Sibler nicht zu denken, es solle aber mehr Miteinander ermöglicht werden.

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Bayern verzeichnet im Wintersemester 2020/2021 einen neuen Studenten-Rekord: An den Universitäten und Hochschulen im Freistaat werde erstmals die Marke von 400.000 Studierenden überschritten, sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) in München. Im Vergleich zum vorigen Wintersemester steige die Zahl um 2,3 Prozent - auf etwa 403.000. Das unterstreiche, dass der Studienstandort Bayern attraktiv sei "und dass wir sehr vieles zu bieten haben, das nicht nur für bayerische Bewerberinnen und Bewerber von Interesse ist, sondern auch für nationale und internationale".

Während an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen in Bayern der Vorlesungsbetrieb schon seit 1. Oktober läuft, starten die Universitäten erst in einer Woche (2. November) ins Wintersemester. Sibler betonte, an den Hochschulen habe der erste Monat " sehr, sehr gut funktioniert". Das lasse ihn hoffen, dass dies auch an den Universitäten gelingen werde. Sicherlich werde auch dieses Semester von der Corona-Pandemie geprägt sein. Ein Zurück zur Normalität könne es nicht geben. Er wolle aber "mehr Miteinander" und wissenschaftlichen Austausch an den bayerischen Hochschulen ermöglichen, sagte der Minister.

Sibler: Vorlesungen mit bis zu 200 Teilnehmern erlaubt

Obwohl die Corona-Zahlen im Freistaat zuletzt stark gestiegen sind, bekräftigte Sibler den Plan, an den Universitäten "mehr Präsenz in eingeschränktem Maße" zu ermöglichen. Ob dies das ganze Semester über gelingen werde, hänge vom Infektionsgeschehen ab.

"Passgenaue und damit verlässliche Hygienemaßnahmen sind dabei selbstverständlich", betonte der Minister. Vorerst bleibe es dabei, dass - abhängig von der Raumgröße - Präsenzlehrveranstaltungen mit maximal 200 Menschen erlaubt seien. In den Hörsälen und Seminarräumen müsse ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Wurde in der jeweiligen Region der Inzidenzwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten, gilt dem Minister zufolge auch am Sitzplatz eine Maskenpflicht - "also praktisch in ganz Bayern".

"Kluger Mix" aus Präsenz- und Online-Angeboten

Sibler betonte, der Gesundheitsschutz müsse an erster Stelle stehen. Infektionsketten müssten nachverfolgt werden können. Die Daten der Teilnehmer an Präsenzveranstaltungen seien daher zu dokumentieren. Die Präsenzlehre werde dabei gezielt und effektiv durch Onlineformate ergänzt. Sibler versprach einen "klugen Mix" von Präsenz- und digitalen Angebot. Die "großen Einführungsvorlesungen", beispielsweise in Betriebswirtschaftslehre, würden digital stattfinden, erläuterte Sibler.

Sollte das epidemologische Geschehen im Winter doch keine Präsenzveranstaltungen mehr zulassen, seien alle Hochschulen dafür gerüstet, das Wintersemester digital durchzuführen, versicherte der CSU-Politiker. "Wir haben vorgesorgt." Das "Corona-Sommersemester" habe für einen enormen Schub der digitalen Lehre gesorgt. "Die Hochschulen und Universitäten haben enorm dazugelernt."

Sibler betonte, es gebe keine Diskussion darüber, ob dieses Semester stattfinden könne. "Denn wir haben im Sommer bewiesen, dass es klappen kann." Das Sommersemester fand fast komplett digital statt. Nur spezielle Praxis-Übungen waren erlaubt, beispielsweise in Laboren. In Ausnahmefällen waren auch kleinere Seminare mit bis zu 30 Teilnehmern möglich, sofern sie nicht digital durchgeführt werden können.

Wintersemester startet heuer später

Wegen der Corona-Pandemie verschiebt sich die Vorlesungszeit an den bayerischen Universitäten dieses Mal um rund zwei Wochen: Das Wintersemester beginnt am 2. November und dauert bis 26. Februar. Die Universitäten könnten die Vorlesungszeit aber um zwei Wochen verkürzen, wenn der Unterrichtsstoff gut vermittelt werden kann. Diese Regelung soll laut Sibler für mehr Flexibilität sorgen. Für die höheren Fachsemester in Humanmedizin, Molekularer Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie konnte die einzelne Universität beschließen, dass die Vorlesungszeit vom 12. Oktober bis 5. Februar dauert.

An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen läuft die Vorlesungszeit noch bis 25. Januar.

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