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Lärmbelästigung? Aufregung um Glockenläuten der Kirche in Regen | BR24

© BR/Konstantin König

Religiöse Tradition oder Lärmbelästigung? In der Kreisstadt Regen gibt es aktuell Diskussionen um das Glockenläuten der Stadtpfarrkirche. Eine anonyme Initiative will erreichen, dass die Glocken nachts verstummen, um mehr Ruhe zu haben.

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Lärmbelästigung? Aufregung um Glockenläuten der Kirche in Regen

Tradition oder Lärmbelästigung? In der Kreisstadt Regen gibt es aktuell Diskussionen um das Stundenläuten der Glocken der Stadtpfarrkirche. Eine anonyme Initiative will erreichen, dass die Glocken nachts verstummen, um mehr Ruhe zu haben.

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In Regen im Bayerischen Wald gibt es aktuell Ärger wegen der Glocken der Stadtpfarrkirche St. Michael. Eine "anonyme Initiative" hatte ein Schreiben an Bürgermeisterin Ilse Oswald, die Stadträte und den Bischof von Passau Stefan Oster geschickt. Darin fordert die Initiative, die nach eigenen Angaben aus "überwiegend älteren Personen" besteht, dass in der Zeit von 22 bis sechs Uhr morgens der Zeitschlag der Glocken abgeschaltet wird. Das Läuten würde die sensible Nachtruhe stören, heißt es weiter.

Mehr als Zeitsignal

Regens Stadtpfarrer Ludwig Limbrunner erklärt auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks, dass die Glocken aber bis auf Weiteres in der Nacht nicht abgeschaltet werden. Lediglich auf das lange Geläut zum Jahreswechsel wurde verzichtet "um zu zeigen, was mit dem Verstummen der Glocken verloren geht." Verstimmt zeigt sich Pfarrer Limbrunner über die Tatsache, dass der anonyme Brief nicht an ihn geschickt wurde, sondern direkt an das Bistum.

"Kirche im Dorf lassen"

Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald (FW) erklärt auf BR-Anfrage: "Normalerweise landen anonyme Briefe bei uns direkt im Papierkorb. Da das Schreiben aber auch an die Lokalzeitung gegangen ist, mussten wir die Stadträte informieren. Andernfalls hätten wir nichts unternommen." Bürgermeisterin Oswald zeigt wenig Verständnis für die Forderung der anonymen Initiative. Der Glockenschlag gehöre seit Jahrzehnten zu Regen. Aktuell liegt der Fall jetzt beim Bistum. Ob sich Bischof Oster dazu überhaupt äußert, ist noch unklar - er weilt aktuell nicht in Passau.