BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

So stark trifft der Klimawandel Bayern | BR24

© BR

Heiße Tropennächte, vertrocknete Felder und grüne Skipisten: das ist schon jetzt Realität in Bayern. Daten zeigen, wie sehr sich der Klimawandel auf die verschiedenen Regionen im Freistaat auswirkt. Es ist ein klarer Trend zu erkennen.

127
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

So stark trifft der Klimawandel Bayern

Heiße Tropennächte, vertrocknete Felder und grüne Skipisten - das ist schon jetzt Realität in Bayern. Daten zeigen, wie sehr sich der Klimawandel auf die verschiedenen Regionen im Freistaat auswirkt. Es ist ein klarer Trend zu erkennen.

127
Per Mail sharen

Allein in den letzten zehn Jahren ist die Durchschnittstemperatur in Bayern um 0,8 Grad gestiegen. Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen Politikerin Lisa Badum hervor. Der Klimawandel sei schon jetzt deutlich spürbar im Freistaat. Es brauche nicht mehr viel Fantasie, um zu verstehen, wie extrem die Klimakonsequenzen erst werden, wenn wir bei 1,5 Grad Erderhitzung stehen, sagt Badum.

Bayerns wärmste Städte liegen in Franken

Die wärmste Stadt in Bayern ist laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes Kahl am Main im Landkreis Aschaffenburg. Dort betrug die Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr 11,7 Grad. Im Jahr 2010 waren es noch 9,6 Grad – ein Anstieg über mehr als zwei Grad in nur zehn Jahren.

Auf Platz zwei und drei der wärmsten Städte in Bayern liegen Kitzingen und Würzburg. Besonders dort seien zunehmend Hitzewellen, sowie heiße Tage und Tropennächte zu erwarten, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst. Am stärksten vom Klimawandel betroffen seien die Alpen.

Böden immer trockener

Gerade in der Land- und Forstwirtschaft macht sich der Klimawandel bemerkbar: Die Böden werden immer trockener. Laut dem Modell des Deutschen Wetterdienstes wird für dieses Jahr der niedrigste Wert für die Bodenfeuchte prognostiziert. Wenig Niederschläge und die daraus folgende Dürre sorgen auch für schlechte Ernten.

So hat sich die Zahl der Flächen, die bewässert werden müssen, laut Antwort der Bundesregierung zwischen 2009 und 2015 verdoppelt. Auch die Flächen, auf denen Bewässerung möglich ist, haben stark zugenommen.

Eine weitere Folge der Trockenheit: Die Gefahr für stärkere Waldbrände steigt. Die Daten zeigen, dass immer häufiger die höchste Gefahrenstufe für Waldbrände in Bayern ausgerufen wurde.

Grüne fordern mehr Zusammenarbeit von Bund und Ländern

Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen, kritisiert, dass Bund und Länder nicht ausreichend zusammenarbeiten, um die Klimarisiken für das gesamte Bundesgebiet zu erfassen. Es gebe zum Beispiel keine systematische Auswertung darüber, ob die Maßnahmen zur Klimaanpassung für grünere Städte wirklich angewendet werden oder wirken.

So würden zwar Daten auf verschiedenen Ebenen erfasst, aber laut Badum nicht genügend untersucht – welche Maßnahmen passieren auf Länderebene, welche auf Bundesebene? Wie erfolgreich sind diese Maßnahmen? Die Grünen-Politikerin fordert mehr Zusammenarbeit. Nur so könnten Risiken wirklich abgeschätzt werden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!