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Bildrechte: BR/Tobias Burkert

Trompeter Jens Lohmüller spielt vor einem Seniorenheim

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    Trompeter spielt gegen die Einsamkeit vor Seniorenheimen

    Ein Profi-Trompeter kann wegen der Pandemie keine Konzerte spielen. Aus der Not macht er eine ehrenamtliche Tugend. Mehr als 70 Ständchen vor Seniorenheimen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen in Mittelfranken hat er bereits absolviert.

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    Von
    • Tobias Burkert

    Es ist ein eisiger Morgen im mittelfränkischen Spalt, schneidender Wind, leichter Schneefall, ein Tag, an dem man die Bettdecke gern noch einmal über die Nasenspitze zieht. Trotz Temperaturen um die 0 Grad Celsius werden vor dem Seniorenheim in Spalt einige Stühle vor dem Eingangsbereich positioniert.

    Trompeter bringt Abwechslung vor die Seniorenheime

    An den Fensterscheiben im ersten und zweiten Stock der Einrichtung sitzen bereits ein Dutzend Seniorinnen und Senioren. Profi-Trompeter Jens Lohmüller wird sehnsüchtig erwartet. Ein wenig Abwechslung soll sein Besuch bringen, musikalische Unterhaltung, Kontakt zur Außenwelt, wenn auch mit gebührendem Abstand und nur im Freien.

    Jens Lohmüller ist Leiter des Blasorchesters in Georgensgmünd (Lkr. Roth), lehrt zudem Trompete am Windsbacher Gymnasium. Trotz fehlender Auftritte kann er sich finanziell somit gut über Wasser halten. Warum also nicht mit Musik etwas Gutes tun, so die Idee des 49-Jährigen im vergangenen November. Seitdem spielt er fast jeden Sonntag kurze Konzerte vor Seniorenheimen, Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen, überwiegend in Mittelfranken.

    Profi-Trompeter Lohmüller nimmt kein Geld für seine Auftritte

    Der 49-Jährige nimmt kein Geld für seine Aufritte, was er zurückbekomme von den Menschen sei ohnehin unbezahlbar, so Lohmüller. Er spiele meist etwa fünf Lieder, viel mehr gehe nicht, sonst frieren die Klappen der Trompete bei der Kälte zu, aber das Feedback erwärme schnell auch sein Herz. Im Spalter Seniorenheim kennen die Bewohner Jens Lohmüller. Er hat hier im vergangenen Jahr bereits gespielt. Der Applaus ist ihm schon nach dem ersten Lied auf der Trompete sicher.

    "Es ist ein gutes Gefühl, zu spüren, dass wir nicht vergessen werden", sagt eine ältere Dame mit schlohweißem Haar, eingemummelt in eine dicke Kuscheldecke. Das Sprechen mit der Maske auf dem Gesicht fällt ihr schwer, aber hören könne sie noch sehr gut. Die Stücke, die Jens Lohmüller auf der Trompete vor dem Seniorenheim spielt, kennen sie alle. Das "Feierabendlied" zum Beispiel. Mitsummen ist ausdrücklich erwünscht, und das tun die meisten auch.

    Anfragen von Einrichtungen aus ganz Franken

    Jens Lohmüllers aufmunterndes Trompetenspiel hat sich schnell herumgesprochen. Einige Einrichtungen haben ihn bereits mehrmals angefragt. Wenn es zeitlich klappt, kommt Jens Lohmüller gern vorbei. "Ich möchte mit meiner Musik Menschen glücklich machen", sagt der Georgensgmünder, der auch schon mit der Party-Band "Störzelbacher" auf der Bühne stand. Das gelang ihm vor Corona schon, nie aber waren seine Auftritte wichtiger als jetzt während der Corona-Pandemie.

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