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Sie leiden unter dem Klimawandel und ihr Pollen ist allergisch: Die Stadt Nürnberg wird künftig keine birken mehr als Straßenbäume pflanzen.

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    Trockenheit und Allergien: Nürnberg verbannt Birken aus Straßen

    Sie kommen mit dem Klimawandel nicht zurecht und ihre Pollen lösen Allergien aus: Deshalb verzichtet die Stadt Nürnberg künftig darauf, Birken entlang von Straßen und Wegen zu pflanzen. Aber auch andere Straßenbäume leiden unter der Trockenheit.

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    Von
    • Michael Reiner

    Einmal im Jahr berichtet der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) in Nürnberg über die mehr als 28.000 kartierten Straßenbäume im Stadtgebiet. Problemfälle in der städtischen Straßenbaum-Bilanz sind die Birken. Sie kommen mit dem Klimawandel nur schwer zurecht. Außerdem lösen ihre Pollen Allergien aus. Deshalb werden in Nürnberg künftig keine Birken mehr als Straßenbäume gepflanzt. Sie sind nicht für die Stadt geeignet, denn sie sind als Flachwurzler auf durchlässige, lockere Böden und kühleres Klima angewiesen. Derzeit sind laut SÖR noch drei Prozent aller Straßenbäume im Stadtgebiet Birken.

    Ahorn, Eiche und Linde bestimmen das Straßenbild

    Am häufigsten sind in Nürnberg Ahorn, Linde und Eiche zu finden. Sie machen fast zwei Drittel der Bäume entlang von Straßen und Wegen aus. Diese Baumarten kommen nach Ansicht der Baum-Experten von SÖR noch am besten mit dem regionalen Klima zurecht. Problematisch ist auch die Situation der Kiefern, die große Gebiete im Reichswald rund um Nürnberg prägen. Auch sie brauchen eigentlich kühleres Klima, um sich gut zu entwickeln. Deshalb pflanzt SÖR Kiefern nur noch an ausgewählten Standorten.

    Zehn Prozent der Bäume sind geschädigt

    Im vergangenen Jahr mussten in Nürnberg 226 Straßenbäume gefällt werden, weil sie krank, abgestorben oder nicht mehr verkehrssicher waren. Im Gegenzug wurden fast 400 Bäume neu gepflanzt, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben von SÖR sind rund zehn Prozent der Straßenbäume so schwer geschädigt, dass sie in den kommenden Jahren absterben werden. Vor allem die Trockenheit in den vergangenen Jahren hat ihnen schwer zugesetzt.

    Ein neuer Baum kostet 5.300 Euro

    Deshalb hat der Servicebetrieb sogenannte Wässer-Patenschaften eingerichtet. Bei diesen verpflichten sich Anwohner bei großer Hitze und Trockenheit, die Bäume in ihrer Straße ein oder zweimal wöchentlich mit 200 Litern Wasser zu gießen. Die Kosten für den Wasserverbrauch übernimmt dabei die Stadt Nürnberg. Die Zahl der Patenschaften hat sich laut SÖR im vergangenen Jahr verdreifacht – auf insgesamt 150. Für den Unterhalt der Straßenbäume hat die Stadt Nürnberg im Jahr 2020 mehr als 1,7 Millionen Euro ausgegeben. Die Neupflanzung eines einzigen Baums kostet durchschnittlich 5.300 Euro.

    Noch sind nicht alle Bäume kartiert

    Zusätzlich zu den kartierten 28.000 Straßenbäumen befinden sich nach Angaben der Stadt noch einmal rund 50.000 nicht kartierte Bäume in waldähnlichen Beständen entlang der Straßen. Damit gibt es in Nürnberg geschätzt insgesamt rund 80.000 Bäume, schreibt SÖR in seinem Bericht.

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